Der Road One Rucksack taugt nicht nur für das Rennrad

Speziell für Rennradfahrer entworfen, überzeugt der schlanke und windschnittige Rucksack Road One von Deuter bereits seit einigen Jahren alle Fahrer, die zwar ohne unnötigen Ballast, aber nicht völlig ohne Gepäck unterwegs sein möchten. Doch das Modell kann mehr als viele denken.

Gepäck auf dem Rennrad ist ein Widerspruch in sich

Wer mit einem Rennrad unterwegs ist, hat insbesondere bei echten Rennveranstaltungen keinen Bedarf für Gepäcktaschen, die langsam und unflexibel machen. Dennoch kommt man auf einer längeren Tour nicht ganz ohne Gepäck aus, wenn man nicht gerade ein Begleitfahrzeug im Rücken hat, das einen mit dem Wichtigsten versorgen kann. Mindestens ein wenig Werkzeug, ein Regenschutz, Erste-Hilfe-Zeug und natürlich eine Trinkblase sollten mitgeführt werden.

Speziell am Rennbike zählt jedoch nicht nur jedes Gramm an zusätzlichem Gewicht, sondern auch die Windschnittigkeit. Normale Rucksäcke stoßen bereits da an ihre Grenzen und behindern den Bewegungsfluss häufig durch ihre Gurtsysteme, die nicht auf die Anforderungen eines schnellen Radlers abgestimmt sind.

Mit dem Road One wollte der renommierte Hersteller Deuter dies ändern und brachte ein Leichtgewicht auf den Markt, das windschnittig, praktisch und durchdacht die Anforderungen der Rennradnutzer erfüllen sollte. Ganz nebenbei hat sich aber herausgestellt, dass der Rucksack durchaus auch für Tourenradler und sogar für den schnellen Trip zum Bäcker geeignet ist. Wir möchten das beliebte, aber oft unterschätzte Rucksackmodell etwas näher beleuchten.

Video: Deuter2017 Eurobike

Reisen mit dem Bike sind beliebter denn je

Alle Statistiken beweisen, dass die Zuwächse beim Fahrradverkehr anhalten. Sowohl der ADFC als auch das Bundesministerium für Verkehr können in ihren statistischen Erhebungen wie dem Fahrradmonitor nachweisen, dass insbesondere Radreisen immer beliebter werden.

Laut der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse waren im Jahr 2018 27 Prozent mehr Reisende auf dem Bike unterwegs als noch im Jahr zuvor. Insbesondere Radfernwege wie der Elberadweg oder der Ruhrtal-Radweg begeistern die Radfahrer aller Kategorien. Speziell auf Reisen mit langen Strecken kommt man aber nie ganz ohne Gepäck aus. Sperrige Satteltaschen sind eine Möglichkeit, entbehren aber häufig einer gewissen Praxistauglichkeit.

Mangelnde Windschnittigkeit und Zusatzgewicht verschlechtern das Handling und häufig sind die Rucksäcke und Taschen ohnehin völlig überdimensioniert für die meisten Einsätze, auf denen man nicht viel mehr als ein paar Utensilien benötigt.

Die Sonnenbrille sicher am Tragegurt zu verstauen oder die Trinkblase auf dem Rücken unterbringen zu können, zählen zu den praktischen Vorzügen des Road One, der mit einem einfachen Regenschutz ebenso aufwarten kann wie mit einer speziellen Stretch-Tasche, in der man nasse oder verschwitzte Kleidung unterbringen kann.

Letzteres ist vor allem auch für Menschen interessant, die das Bike zunehmend als Alternative zum Berufspendelverkehr per ÖPNV oder Kfz entdecken, aber nicht in ihren Fahrradklamotten im Büro vor sich hinmüffeln möchten.

Der Rucksack deckt durch seine geringe Größe und hohe Praktikabilität eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ab, die ihn mit Einschränkungen – sowohl für die Langstrecke als auch für die Kurzstrecke und insbesondere für den Einsatz im Rennsport prädestinieren.

Doch schauen wir uns die Zahlen noch etwas genauer an, um zu zeigen, wie groß der Bedarf an durchdachtem Fahrrad-Zubehör heutzutage tatsächlich ist:

Ergebnisse des Fahrradmonitors des Bundesverkehrsministeriums (Stand 2017):

  • 77 Prozent der Studienteilnehmer im Alter zwischen 14 und 69 Jahren nutzen das Rad (sowohl als Verkehrsmittel als auch in der Freizeit und als Sportgerät)
  • ca. 1/3 der Befragten nutzt das Bike als regelmäßiges Verkehrsmittel
  • 63 Prozent nutzen ihr Fahrrad gerne oder sehr gerne
  • 34 Prozent möchten das Rad künftig öfter nutzen

Insbesondere bei der Praktikabilität steht das Fahrrad noch immer häufig hinter den Vorzügen des PKW zurück. Durch praktisches Zubehör wie dem Road One Rucksack lassen sich viele Nachteile, die vor allem beim Rennrad im Alltag bestehen, ausgleichen.

So kann man auch ohne Gepäckträger oder unbequeme Zusatztaschen die Brötchen beim Bäcker mit dem Fahrrad holen. Ein weiterer Vorteil des Rucksackprinzips: Man hat stets alles am Körper und muss nichts ungesichert am Fahrrad zurücklassen – was vor allem in der Stadt immer wieder ein Problem darstellt.

Die Puristen unter den Rennradfahrern streiten ab, dass sie jemals Bedarf für ein praktisches Backpack haben. Kaufen würden sie schon überhaupt keinen.

Die Puristen unter den Rennradfahrern streiten ab, dass sie jemals Bedarf für ein praktisches Backpack haben. Kaufen würden sie schon überhaupt keinen.(#01)

Rucksack und Rennrad passen nicht zusammen? Der Road One beweist das Gegenteil

Die Puristen unter den Rennradfahrern streiten ab, dass sie jemals Bedarf für ein praktisches Backpack haben. Kaufen würden sie schon überhaupt keinen. Echte Sportler nutzen so etwas nicht. Doch ganz heimlich wünschen sie sich in mancher Situation auf der Tour dann eben doch die Möglichkeit, etwas Gepäck mitnehmen zu können – auch wenn sie das auf Partys niemals zugeben würden.

Das Modell versucht, die Unvereinbarkeit zwischen Backpack und Rennsport zu überwinden – und schafft das durch minimalistischen Stauraum in mehr als einem Test, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Das Problem im Radsport ist, dass bei längeren Touren oder wechselhaftem Wetter eine einfache Trikottasche oder Rückentasche nicht mehr ausreicht. Auch die Trinkblasen, die für viele einfach praktischer sind als die Flasche am Rahmen des Fahrrads, sind für manchen Sportler ein Graus.

Doch wer unterwegs schnell mal einen Powerriegel einwerfen möchte oder Wechselklamotten dabei haben muss, um die Tour alleine meistern zu können, hat gar keine andere Wahl, als sich früher oder später mit einem Backpack auseinanderzusetzen. Ein normaler Rucksack ist in aller Regel weder anatomisch noch konzeptionell auf Rennräder ausgelegt. Exakt an dieser Stelle setzt das durchdachte Design des Road One an.

Was sollte denn eigentlich auf einer längeren Radrenntour auf jeden Fall dabei sein?

  • Wechselklamotten
  • Regenschutz
  • Verpflegung
  • Trinkvorrat
  • Kartenmaterial bzw. GPS
  • Hotelausstattung für Übernachtungen (Hygieneartikel)
  • Handy, Ladegerät etc., ggf. Kamera inklusive Zubehör
  • Erste-Hilfe-Zubehör

Schon diese kurze Liste, die sicherlich nicht einmal großen Luxus beinhaltet, zeigt den Bedarf für ein Backpack wie den Road One. Die Kunst ist es, ein Design mit kleinem Packmaß, aber viel Stauraum zu erhalten, das gleichzeitig niedriges Gewicht und vernünftigen Tragekomfort sowie Windschnittigkeit verspricht.

Der Road One kann all diese Vorgaben bestens im Test erfüllen. Selbst bei echten Radrennen, wo Gepäck eigentlich überhaupt nicht gefragt ist, nutzen immer mehr Fahrer den praktischen Road One.

Der Road One kann all diese Vorgaben bestens im Test erfüllen. Selbst bei echten Radrennen, wo Gepäck eigentlich überhaupt nicht gefragt ist, nutzen immer mehr Fahrer den praktischen Road One.(#02)

Deuter hat den Road One für Sportler konzeptioniert

Der Road One kann all diese Vorgaben bestens im Test erfüllen. Selbst bei echten Radrennen, wo Gepäck eigentlich überhaupt nicht gefragt ist, nutzen immer mehr Fahrer den praktischen Road One. So kann es beispielsweise durchaus Sinn machen, bei Streckenabschnitten mit großen Höhenunterschieden mit etwas Zusatzkleidung gewappnet zu sein, denn wenn die Temperatur von 30°C im Tal auf dem Berggipfel plötzlich in frostige Bereiche sinkt, macht einen das auch nicht unbedingt schneller, wenn man friert.

Bei der Abfahrt kommt der Windchill durch die verschwitzten Klamotten hinzu – Wechselzeug dabei zu haben, ist in diesem Fall also alles andere als ein Luxus. Das Zusatzgewicht durch den Road One kann man dabei sicher vernachlässigen, da die Vorteile überwiegen. Alle, die nicht an Radrennen teilnehmen, sondern vor allem auf der Langstrecke unterwegs sind, profitieren sowieso von den praktischen Packmaßen und durchdachten Design-Lösungen.

Video: Deuter Tipp: Wie man einen Rucksack richtig bepackt

Was kann der Road One genau?

Schauen wir uns Packmaß und Gewicht des Road One an. Laut der im Test bestätigten Angaben des Herstellers wiegt das Backpack leer 390 Gramm und verfügt über ein Volumen von fünf Litern. Mit den Maßen 44 x 22 x 10 cm (H x B x T) zeigt sich, dass er wirklich sehr kompakt entworfen wurde.

Der Preis ist mit rund 60-70 Euro (je nach Anbieter) ebenfalls nicht überdimensioniert, zumal die Verarbeitungsqualität von Deuter bekannt ist. Bewusst verzichtet hat man übrigens auf einen zusätzlichen Bauchgurt, um die Bewegungsfreiheit von Sportlern nicht über Gebühr einzuschränken.

Besonders erwähnenswert waren im Test folgende Punkte:

  • Aircontact System reduziert das Schwitzen im Vergleich zu herkömmlichen Körperkontakt-Rucksäcken um bis zu 15 Prozent
  • Der Road One ist optimal ausbalanciert und sitzt dennoch sicher
  • Perfekte Fixierung durch verstellbaren Brustgurt
  • abnehmbare Regenhülle mit Staufach inklusive
  • spezielles Innenfach für Wertsachen, schnell zugänglich für den Fahrer
  • Stretch-Innenfach zum Aufbewahren getragener Kleidung oder zum Verstauen einer Trinkblase
  • kompatibel mit Deuter Trinksystem (2-Liter)
  • Organzier-Tasche für bessere Ordnung beim Packen
  • Rücklichtschlaufe zum Anbringen zusätzlicher Beleuchtung
  • Reflektorelemente am ganzen Rucksack erhöhen Sichtbarkeit
  • Sonnenbrillenhalterung für einfachen Wechsel während der Fahrt je nach Sonneneinstrahlung

Laut Deuter wurde absichtlich auf den sonst üblichen Beckengurt verzichtet, um die Freiheit bei der Bewegung nicht einzuschränken. Je nach Vorliebe der Tester kommt das unterschiedlich an, denn während manche die minimalistische Herangehensweise sehr schätzen, würden sich einige insbesondere für zügige Abfahrten auf schlechten Straßen einen stabilisierenden Zusatzgurt am Becken durchaus wünschen, um ein Verrutschen zu vermeiden. Aber dies sind individuelle Vorlieben, die durch das Designkonzept nun einmal nicht zu 100 Prozent berücksichtigt werden können.

Insgesamt empfehlen die meisten Nutzer den Road One, weil er in seinem speziellen Revier in dieser Qualität und Konzeption so gut wie keine Konkurrenz zu fürchten braucht. Sowohl die Funktionalität als auch die Haltbarkeit konnten in den Jahren seit der Markteinführung überzeugen, so dass auch das Kaufen gepflegter gebrauchter Modelle kein allzu großes Risiko für den Käufer darstellen dürfte. Angesichts des relativ geringen Neupreises ist der Gebrauchtmarkt aber ohnehin begrenzt.

Insgesamt empfehlen die meisten Nutzer den Road One, weil er in seinem speziellen Revier in dieser Qualität und Konzeption so gut wie keine Konkurrenz zu fürchten braucht.

Insgesamt empfehlen die meisten Nutzer den Road One, weil er in seinem speziellen Revier in dieser Qualität und Konzeption so gut wie keine Konkurrenz zu fürchten braucht.(#03)

Fazit: Der Road One ist ein sehr durchdachtes Rucksackmodell für Langstrecken

Ursprünglich für Rennfahrer konzeptioniert, eignet sich der Road One für alle, die minimalistisch bepackt auf die Langstrecke gehen wollen. Marathonfahrten mit möglichst wenig Gepäck sind ebenso die Domäne des Road One wie der schnelle Trip in die Stadt, bei dem man kleinere Dinge transportieren möchte. Das kann man zwar eigentlich auch mit einem Umhängesack, doch das System von Deuter beinhaltet ein durchdachtes Trägerkonzept, das auch auf längerer Strecke ermüdungsfrei und ohne allzu große Bewegungseinschränkungen getragen werden kann.

Die gute Verarbeitung und die cleveren Details im Design überzeugen nicht zuletzt auch wegen des günstigen Preises, den der Hersteller für dieses Backpack aufruft. Ordentlich Packen ist besonders auf längeren Touren wichtig, damit man alles schnell findet und den verfügbaren Stauraum perfekt ausnutzen kann.

Die Kompatibilität mit dem Deuter-Trinksystem rundet das Konzept gekonnt ab. Obwohl auf einen Beckengurt von den Entwicklern mit Absicht verzichtet wurde, wünschten sich im Test manche Fahrer dennoch diese zusätzliche Fixierung, während andere mit der größeren Bewegungsfreiheit zufriedener waren. Insgesamt schneidet das Modell sehr gut ab – auch deshalb, weil es kaum Angebote anderer Hersteller gibt, die in Größe, Preis und Qualität vergleichbar wären.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Mpinskaya Glashchenko’s portfolio -#01:  Dudarev Mikhail -02:  Oleksiy Rezin -#03:  Oleksiy Rezin

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply