E-Bike statt Auto: So klappt der Alltag mit Elektrofahrrad

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Ein großes Missverständnis beim Thema Elektrofahrräder ist, dass diese für Menschen mit besonderen Bedürfnissen reserviert sind oder dass sie nur in bestimmten Umgebungen eingesetzt werden können. Dabei sind E-Bikes auch hervorragend für den Alltag geeignet. Denn mithilfe eines E-Bikes können schwere Lasten transportiert und mühelos selbst lange Strecken durch den Stadtverkehr gemeistert werden.

Für manch einen macht das E-Bike sogar das Auto überflüssig. Es gibt eine große Auswahl an Elektrofahrrädern, die sich perfekt für Pendler, Freizeitfahrer und den Stadtverkehr eignen. Worauf bei der Auswahl zu achten ist und wie der Alltag mit dem E-Bike perfekt gemeistert wird, erklärt der Artikel.

Mit dem Fahrrad an den Autos vorbeiziehen – mit dem E-Bike wird es möglich.

Das richtige E-Bike für die Stadt

An ein E-Bike für den Stadtverkehr werden andere Ansprüche gestellt als an E-Bikes für unwegsames Gelände wie zum Beispiel E-Mountainbikes. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Modellen und Typbezeichnungen, so dass es gar nicht so leicht ist, das passende Fahrrad zu finden.

Beim Radhaus gibt es die Möglichkeit, sich einen guten Überblick über alle Modelltypen zu verschaffen. Von E-Bikes für Damen und E-Bikes für Herren, die besonders für den Stadtverkehr geeignet sind, oder professionellen Mountainbikes für anspruchsvolle Trails ist alles dabei, so dass man die Eigenschaften für die eigenen Anforderungen abwägen kann.

Auch eine fachmännische Beratung beim Händler bietet sich an. Hier können in der Regel auch unterschiedliche Räder ausprobiert und getestet werden. Doch ein paar allgemeine Tipps zeigen bereits vorab, worauf zu achten ist.

Berge erklimmen mit dem Bike kein Problem ( Foto: Shutterstock - Andrey_Popov)

Berge erklimmen mit dem Bike kein Problem ( Foto: Shutterstock – Andrey_Popov)

Spezielle Ergonomie und Technik für den Stadtverkehr

Ein E-Bike für den Stadtverkehr sollte möglichst leicht und darüber hinaus einfach zu handhaben sein, damit der Fahrer im Straßenverkehr zwischen all den anderen Verkehrsteilnehmern schnell und gut reagieren und seinen Fahrstil anpassen kann.

Tatsächlich kann ein gutes E-Bike für den Stadtverkehr kaum von einem Fahrrad ohne Motor unterschieden werden. Von ihrer Ergonomie und der technischen Ausstattung gesehen, sind Urban E-Bikes perfekt an kürzere Distanzen und das Fahren in der Stadt angepasst. Dabei kann sich die Reichweite der elektronischen Unterstützung von Rad zu Rad jedoch stark unterscheiden – und gerade die Reichweite ist ein starkes Kaufargument auch für Fahrrad für den Stadtverkehr.

Große Reichweite wichtig für Pendler

Es stellt sich die Frage nach den Distanzen, die mit dem E-Bike zurückgelegt werden sollen. Für manch einen genügt im Stadtverkehr bereits ein Fahrrad, das bis zu 25 Kilometer Reichweite bei voller Unterstützung bringt. Doch gerade für Menschen, die regelmäßig mit dem E-Bike zur Arbeit und zurück pendeln wollen, sollte eine höhere Reichweite drin sein.

Auch bei den E-Bikes gibt es gravierende Unterschiede ( Foto: Shutterstock-  JC Gonram )

Auch bei den E-Bikes gibt es gravierende Unterschiede ( Foto: Shutterstock- JC Gonram )

Ein S-Pedelec als Alternative?

Bei Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung ist zwischen Pedelecs und S-Pedelecs zu unterscheiden. Die meisten Menschen meinen, wenn sie von einem E-Bike reden, genau genommen ein Pedelec.

Schon gewusst? Ein E-Bike im engeren Sinne meint eigentlich ein einsitziges zweirädriges Kleinkraftrad mit elektrischem Antrieb, das mit einem Elektromofa zu vergleichen ist. Der Elektroantrieb kann durch einen Griff oder Schalter genutzt werden, ohne dass die Pedale getreten werden müssen. Für das Fahren eines solchen E-Bikes ist mindesten ein Mofa-Führerschein notwendig.

Ein Pedelec unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Um die Unterstützung zu nutzen, muss dennoch in die Pedale getreten werden. Und juristisch gesehen, werden Pedelecs wie Fahrräder ohne Unterstützung behandelt.

Es ist keine spezielle Fahrberechtigung notwendig, es gilt keine Helmpflicht – auch wenn das Tragen eines Helms gerade aufgrund der mit dem Pedelec möglichen Geschwindigkeiten dringend empfohlen ist – und ein Versicherungskennzeichen ist ebenfalls nicht notwendig. Kommt es zu einem Unfall mit dem Pedelec, werden zugefügte Schäden von der Privathaftpflichtversicherung übernommen.

Theoretisch könnten schon Kinder mit einem Pedelec fahren, doch aufgrund der Gefahren bei der Beschleunigung und beim Einsatz des Motors ist ein Einsatz erst ab einem Alter von mindestens 14 Jahren empfohlen.

Ein sogenanntes Speed-Pedelec (S-Pedelec) unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Daher gilt ein S-Pedelec offiziell als Kraftfahrzeug. Es benötigt ein offizielles Kennzeichen. Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein, eine Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen und es besteht Helmpflicht. Auf Radwegen darf ein S-Pedelec nicht genutzt werden. Ein S-Pedelec kann vor allem für Pendler, die auch bei längeren Arbeitswegen auf das Auto verzichten wollen, eine Alternative zum herkömmlichen Pedelec sein.

Zusatzfunktionen – Vor- und Nachteile

Zusatzfunktionen wie die Möglichkeit der Ortung des Fahrrads per App können sich gerade im unübersichtlichen Stadtverkehr als Vorteilhaft erweisen. Manch ein E-Bike lässt sich jedoch ausschließlich über das Smartphone starten und bedienen. Es gibt also keine elektrische Unterstützung ohne Handy.

Dies ist nicht in jedem Fall von Vorteil, muss man so nicht nur den Ladestand des E-Bikes, sondern auch des Smartphones stets im Blick behalten und jedes Mal das Handy zücken, wenn eine Einstellung geändert werden soll.

Parkplatzsuche beim E-Bike nicht nötig ( Foto: Shutterstock- JC Gonram )

Parkplatzsuche beim E-Bike nicht nötig ( Foto: Shutterstock- JC Gonram )

E-Bike statt Auto – das kann im Alltag einige Vorteile haben.

Vom Auto aufs E-Bike umsatteln

Die Kinder in Kindergarten und Schule bringen, anschließend zur Arbeit fahren, danach noch einkaufen und abends dann noch einmal los zum Sportkurs oder zum Treffen mit Freunden. Lange waren wir es gewohnt, viele Wege ganz selbstverständlich mit dem Auto zurückzulegen. Doch mit einem wachsenden Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz, wächst auch der Wunsch, so oft wie möglich auf das Auto zu verzichten oder es sogar ganz abzuschaffen.

Eine Alternative bieten gerade in größeren Städten die öffentlichen Verkehrsmittel, doch mit einem eigenen Fahrzeug ist und bleibt man flexibler als mit Bus und Bahn und ist unabhängig von Verspätungen oder Streiks. Mit dem normalen Fahrrad lassen sich manche Strecken – vor allem wenn schwerere Lasten transportiert werden sollen – jedoch nur schwer bewältigen. Hier wird das E-Bike zu einer echten Alternative zum Auto.

Vorteile des E-Bikes im Überblick (Video)

Es macht Spaß, ein E-Bike zu fahren

E-Bikes geben jedem Fahrer die Möglichkeit, seine Umgebung besser kennenzulernen. Ob in der Nachbarschaft, in der Stadt oder in den Bergen – ein Elektrofahrrad ermöglicht eine unvergleichliche Freiheit.

Es spart Geld

Langfristig gesehen bieten E-Bikes im Vergleich zum Auto eine enorme Kostenersparnis. Die Anschaffung mag zwar teuer sein, aber wenn die Kosten für Zulassung, Versicherung, Reifen, Wartung und Reparatur sowie den Wertverlust eines Autos hinzugerechnet werden, wird schnell festgestellt, dass ein Elektrofahrrad das Budget deutlich schont.

E-Bikes können Autofahrten nicht für jeden vollständig ersetzen. Gerade wer auf dem Land lebt, kann nicht jede Strecke mit dem E-Bike zurücklegen, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass ein E-Bike nicht nur die Zeit, die man im Auto verbringt, sondern auch die Kosten, die man jedes Jahr dafür aufwenden muss, reduzieren.

Video: Kampf gegen illegales Tuning: Der E-Bike Boom und seine Schattenseiten | Focus TV Reportage

Ein E-Bike hält fit

Ein E-Bike kann wie ein normales Fahrrad gefahren werden. Und ein Pedelec wird nur durch Tretunterstützung angetrieben, was bedeutet, dass trotzdem ein gutes Training absolviert wird.

Dem Verkehr ausweichen

Eines der besten Dinge an einem E-Bike ist die Tatsache, dass man sich viel weniger Sorgen um die Verkehrslage machen muss. Mit einem E-Bike kann nicht nur schneller durch den Verkehr manövriert werden. Im besten Fall gibt es sogar eine eigenen Fahrradspur. Darüber hinaus gibt es für Fahrräder oft mehr alternative Weg zum Ziel als mit dem Auto. In einigen Fällen kann sogar festgestellt werden, dass die Entfernung zwischen Standort und Ziel schneller zurückgelegt wird als mit dem PKW.

Klima- und umweltfreundlich

Auch und vor allem aber ist die Nutzung eines E-Bikes eine umweltfreundliche Entscheidung. Die Menge der von Autos – auch von Elektroautos bei der Herstellung – produzierten Schadstoffe ist ziemlich groß. Die Nutzung eines Elektrofahrrads senkt nicht nur die Kosten, sondern auch den ökologischen Fußabdruck.

Video: Was kostet: ein E-Bike? Johannes Zenglein hat es herausgefunden | Was kostet…? SWR

E-Bike im Alltag richtig nutzen

Das Pedelec kann im Alltag für die unterschiedlichsten Strecken eingesetzt werden. Damit das wirklich gut klappt, gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Wer den Weg zur Arbeit mit dem Pedelec bestreitet, ist gut beraten, sich auf dem Hinweg nicht zu sehr zu verausgaben. Hier sollte lieber mehr Unterstützung durch den Motor in Anspruch genommen werden, damit man nicht erschöpft und verschwitzt am Arbeitsplatz erscheint. Wer dann etwas für die Fitness tun möchte, verzichtet besser auf dem Rückweg auf die Unterstützung durch den Motor.

Wechselkleidung am Arbeitsplatz oder im (wasserdichten) Rucksack ist in jedem Fall eine gute Idee. Überhaupt sollte für die Nutzung des Pedelecs bei jedem Wetter in eine entsprechende Ausrüstung und Kleidung investiert werden.

Für den Transport von Einkäufen oder um die Kinder mit dem Fahrrad zu transportieren, ist ein geeigneter Anhänger vonnöten. Mithilfe eines Anhängers können Lasten mit dem Pedelec mühelos auch über längere Strecken und Steigungen befördert werden.

Des Weiteren ist ein richtig gutes Fahrradschloss eine gute Idee. Nur so steht das E-Bike auch über einen längeren Zeitraum sicher am Straßenrand oder auf dem Parkplatz.

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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