Kinder Fahrradhelme: Gefährden Sie die Gesundheit Ihres Kindes?

Fahrradhelme sind für Kinder von elementarer Bedeutung: Die jungen Verkehrsteilnehmer sind noch ungeübt und können Gefahren nicht so gut einschätzen wie wir Erwachsene. Sie haben außerdem wenig Erfahrung, ein Fahrrad, das ins Schlingern gerät, wieder unter Kontrolle zu bringen. Deswegen sollten Sie als Eltern alles Notwendige tun, um die Sicherheit für ihre Kinder zu erhöhen. Das geht nur mit einem passenden Helm.

So schützt der Helm

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie sagt generell, dass Helmträger sicherer leben und das gilt sowohl für die Nutzung von Kinderhelmen als auch für Modelle für Erwachsene.In einer Studie wurden 2.817 schwer verletzte Radfahrer untersucht, wobei die am häufigsten von schweren Verletzungen betroffene Region der Kopf war. Er war mit 71,9 Prozent absoluter Spitzenreiter, erst danach folgte weit abgeschlagen der Brustkorb mit 44,9 Prozent. Danach kamen die Arme mit 33,6 Prozent (Quelle: Der Unfallchirurg: Helfen et. al., 2016). Bei der Studie kam heraus, dass sich eine Vielzahl der Verletzungen hätte vermeiden lassen, wenn ein Helm genutzt worden wäre.

Der Helm schützt, indem er dank des Styroporkerns und der umliegenden Schale aus festem Kunststoff den Aufprall reduziert. Der Kopf bekommt es nur noch mit stark abgeschwächten Kräften zu tun, was Kopfverletzungen verhindern oder wenigstens mindern kann. Der Helm wird damit praktisch zum Puffer. Das gilt aber nur, wenn er bestimmte Kriterien erfüllt und unter anderem nach DIN EN 1078 geprüft ist. Billighelme oder solche, die nicht geprüft worden sind, schützen den Helm so gut wie gar nicht und können eher noch zusätzlich für eine ungünstige Kraftverteilung sorgen.

Die DGU hat herausgefunden, dass der Helm bis zu 80 Prozent der Kopfverletzungen verhindern kann und selbst Leichtverletzte hätten zu 20 Prozent noch glimpflicher davonkommen können. Fazit: Vier von fünf Verletzungen lassen sich verhindern, wenn ein Helm getragen wird, wobei es auf die richtige Passform desselben ankommt.

Interessant ist, dass die Zahl der beim Radfahren schwer verunglückten Kinder seit 1991 kontinuierlich abnimmt, was unter anderem auf das konsequente Tragen eines passenden Helms zurückzuführen ist.

Bei einem Fahrradhelm ist es nicht sinnvoll, das erstbeste Modell zu kaufen. Denn selbst der teuerste Fahrradhelm erfüllt nicht seinen Zweck, wenn die Größe nicht stimmt. Ist er nicht an den Kopfumfang des Kindes angepasst, kann er schnell eine negative Wirkung erzielen. In dem Fall gefährdet er unter Umständen sogar das Wohl des Kindes. Ist der Helm zu groß, kann er bei einem Sturz verrutschen. Dabei sind im schlimmsten Fall einige Stellen am Kopf nicht ausreichend geschützt.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie sagt generell, dass Helmträger sicherer leben und das gilt sowohl für die Nutzung von Kinderhelmen als auch für Modelle für Erwachsene (#02)

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie sagt generell, dass Helmträger sicherer leben und das gilt sowohl für die Nutzung von Kinderhelmen als auch für Modelle für Erwachsene (#02)

So finden Sie die richtige Fahrradhelm Größe!

Mit einem Maßband können Sie den Kopfumfang Ihres Kindes messen und daraus die passende Größe des Helms ableiten. Am besten ist, wenn Sie die folgenden Schritte beachten:

  • Messen Sie den Kopfumfang etwa zwei Finger oberhalb der Augenbrauen.
  • Wenn Sie nun einen Helm auswählen, achten Sie darauf, dass die Vorderkante mit den Augenbrauen abschließt. Dadurch ist die Stirn geschützt.
  • Der Gurt sollte eng am Kinn anliegen, um zu verhindern, dass der Helm beim Sturz verrutscht.

Die Bandbreite der Fahrradhelme für Kinder bewegt sich zwischen den Größen XS und M. Diese Größen sind nicht genormt und können bei verschiedenen Herstellern unterschiedlich ausfallen.

Kopfumfang Bezeichnung:

  • 44 bis 49 cm XS
  • 46 bis 51 cm S
  • 49 bis 53 cm S/M
  • 52 bis 58 cm M
  • 59 bis 61 cm L
  • 61 bis 63 cm XL
Der Helm schützt, indem er dank des Styroporkerns und der umliegenden Schale aus festem Kunststoff den Aufprall reduziert. (#01)

Der Helm schützt, indem er dank des Styroporkerns und der umliegenden Schale aus festem Kunststoff den Aufprall reduziert. (#01)

Kinderfahrradhelm: Testsieger 2018

Kinderfahrradhelm Testsieger ist das Modell i-vo CC von Uvex, da er das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet. Der Fahrradhelm für Kinder ist ab etwa 50 Euro im Handel erhältlich. Insbesondere sein hoher Tragekomfort ist herauszustellen. Der Helm ist leicht, hat eine gute Passform und verfügt außerdem über eine ausreichende Belüftung. Einziger Nachteil: Er ist nur in den Größen M und L erhältlich.

Gleiches gilt für den Helm Aduro von der Marke Abus. Er hat ein besonderes Feature, das ihn von anderen Fahrradhelmen für Kinder unterscheidet: Dank der verbauten LED am Hinterkopf können andere Verkehrsteilnehmer den Radfahrer frühzeitig erkennen. Vor allem an Ampeln ist das nützlich, da der Dynamo Strom produziert, um die Fahrradlampen zu betreiben. Weitere Empfehlungen hat der Kinder-Fahrradhelme-Test auf fahrradhelm.org veröffentlicht.

Unter der Bezeichnung Kid 2 und Kid 3 verkauft Uvex außerdem Helme, die zum Skateboard oder Inliner Fahren geeignet sind. Sie sitzen noch fester, haben jedoch weniger Löcher für die Belüftung. Damit bieten sie weniger Komfort, wenn sie längere Zeit getragen werden.

Das gleiche Spektrum wie Uwex deckt auch der Hersteller Ked mit seinen Produkten ab. Kein anderer Hersteller setzt in Sachen Sichtbarkeit der Fahrradfahrer neue Maßstäbe. Das Unternehmen bietet nicht nur Helme mit LED Beleuchtung an. Die modernen Modelle haben 360 Grad rundum Reflektoren, die das Licht anderer Verkehrsteilnehmer über weite Strecken zurückwerfen. Im Dunkeln können andere Verkehrsteilnehmer den Helm bereits auf einer Strecke von mehr als 50 Metern erkennen. Somit ist der Fahrradhelm für Kinder, aber auch für Erwachsene bestens geeignet.

Fahrradhelme für Kinder gibt es in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein günstiger Helm aus dem Discounter tut? (#03)

Fahrradhelme für Kinder gibt es in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein günstiger Helm aus dem Discounter tut? (#03)

Fahrradhelme für Kinder: Das sollten Sie beachten!

Eltern sollten immer darauf achten, dass Kinder einen Helm tragen. Mal schnell die Straße runterfahren, dafür braucht es keinen Helm?! Keineswegs, denn ein Sturz kann so schnell gehen und ist nicht vorhersehbar. Dabei trägt das Kind in den seltensten Fällen selbst Schuld an einem Unfall. Es reicht schon, wenn es sich erschrickt, weil ein Auto aus einer Einfahrt kommt oder wenn trockener Sand die Fahrbahn rutschig werden lässt. Wer sein Kind schützen möchte, sollte es daher nie ohne Helm fahren lassen, auch wenn es nur 50 m die Straße hoch sind.

Der Fahrradhelm heißt zwar „Fahrradhelm“, doch auch beim Fahren mit dem Laufrad sollte ein Kind gut geschützt sein und einen Helm tragen. Schnell passiert ein Sturz, der selbst von dieser geringen Höhe schlimm ausgehen kann. Kinder erreichen oft ein erstaunliches Tempo mit ihrem Laufrad, daher sollten Eltern stets darauf achten, den Nachwuchs ausreichend zu schützen.

Übrigens: Ein Fahrradhelm ist kein Reithelm! Nur allzu oft sind Kinder auf Ponys oder Pferden zu sehen, die mit einem Fahrradhelm ausgestattet sind. Beim Reiten passieren aber andere Unfälle und Verletzungen, die Sturzhöhe ist eine ganz andere. Investieren Sie zum Schutz Ihres Kindes bitte unbedingt in einen hochwertigen Reithelm!

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club hat zum Thema Helm und Sicherheit natürlich ebenso seine Meinung und sagt, dass ein Helm nur dann schützen kann, wenn er nicht wackelt oder in Stirn oder Nacken rutschen kann.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club hat zum Thema Helm und Sicherheit natürlich ebenso seine Meinung und sagt, dass ein Helm nur dann schützen kann, wenn er nicht wackelt oder in Stirn oder Nacken rutschen kann.(#04)

 

Das sagt der ADFC zur Wahl des passenden Helms

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club hat zum Thema Helm und Sicherheit natürlich ebenso seine Meinung und sagt, dass ein Helm nur dann schützen kann, wenn er nicht wackelt oder in Stirn oder Nacken rutschen kann. Er muss richtig passen, wobei nicht nur der Kopfumfang entscheidend ist, sondern auch die Kopfform. Nicht jeder Fahrradhelm eines jeden Herstellers passt auf jeden Kinderkopf!

Diese Tipps vom ADFC helfen bei der Auswahl des passenden Fahrradhelms für Kinder:

  • Setzen Sie den Helm waagerecht auf den Kopf des Kindes.
  • Drehen Sie am Feststellrad am Hinterkopf und sichern Sie damit den Helm. Nun muss er fest sitzen, darf aber nicht drücken. Klagt das Kind jetzt schon, wird das nicht besser! Der Helm passt also nicht. Wählen Sie ein anderes Modell oder einen anderen Hersteller aus.
  • Machen Sie den Schütteltest: Ist der Helm mit dem Stellrad am Hinterkopf fixiert, sollte Ihr Kind den Kopf kräftig schütteln. Der Helm muss in Position bleiben!
  • Der Helm muss nach hinten flacher werden. Dieses Kriterium gilt für alle Kinderhelme, die bei einer Fahrt im Rücksitz getragen werden sollen. Ein abgeflachter Helm drückt den Kopf beim Anlehnen nicht unnatürlich nach vorn und verursacht Verspannungen im Nacken. Eine längere Fahrt würde für das Kind extrem unangenehm werden.
  • Beachten Sie das Datum der Herstellung, welches in der Schale des Helms aufgedruckt ist. Der Helm sollte maximal drei bis fünf Jahre alt sein, denn das Material altert. Es ist dann weniger flexibel und bricht leichter, der Kunststoff wird sogar porös.
  • Achten Sie auf das GS-Siegel. Dieses steht für eine geprüfte Sicherheit und ist ein wichtiges Kriterium für Qualität.

Probieren Sie den Helm nicht nur beim Kauf auf, sondern lassen Sie Ihr Kind diesen immer wieder „vorführen“. Der Kinderkopf wächst und das teilweise sogar ungleichmäßig. Damit Sie wissen, ob der Helm noch passt oder ob ein neues Modell gekauft werden muss, ist die regelmäßige Überprüfung der Passform wichtig.
Guter Rat: Wenn das Kind auf dem Spielplatz ist, muss es den Helm abnehmen. Ansonsten besteht eine große Gefahr, sich zu strangulieren! Wenn das Kind im Helm bzw. in den Gurten des Helms einhakt, kann es sich nicht mehr selbst befreien und im schlimmsten Fall erhängen. Der Fahrradhelm ist also wirklich ein Fahrradhelm (oder zum Inlineskaten oder Fahren mit dem Skateboard geeignet). Er darf nicht beim Spielen aufbehalten werden!

In der Vergangenheit sind tatsächlich schon Kinder durch den Fahrradhelm auf dem Spielplatz ums Leben gekommen. Werden Eltern darauf angesprochen, sind sie meist überrascht, weil sie davon ausgehen, dass der Helm den Nachwuchs schützt. Die Spielgeräte auf den Spielplätzen sind allerdings so ausgelegt, dass ein Kinderkopf nicht hängen bleiben kann, dafür gibt es Normmaße, die mit Abnahme des Spielplatzes nachgewiesen werden müssen. Trägt das Kind aber einen Helm, ist der Kopfumfang deutlich vergrößert und das Kind kann in Spielnetzen und Co. leicht hängen bleiben. Vermeiden Sie dieses Risiko und lassen Sie Ihre Kinder immer ohne Helm spielen!

Es ranken sich zahlreiche Mythen um den Fahrradhelm, denen aber alle eines gemein ist: Sie sind einfach nicht wahr und schon längst widerlegt worden. (#05)

Es ranken sich zahlreiche Mythen um den Fahrradhelm, denen aber alle eines gemein ist: Sie sind einfach nicht wahr und schon längst widerlegt worden. (#05)

Interessanter Mythos rund um den Helm

Es ranken sich zahlreiche Mythen um den Fahrradhelm, denen aber alle eines gemein ist: Sie sind einfach nicht wahr und schon längst widerlegt worden. Zum einen gibt es die Theorie, dass ein Autofahrer einen Radfahrer, der einen Helm trägt, dichter überholen würde. Die Gegenfrage: Warum sollte er das tun? Welcher Autofahrer wäre interessiert daran, herauszufinden, wie dicht er an einem Radfahrer vorbeifahren kann, ohne dass dieser stürzt und schwere Kopfverletzungen davonträgt?

Eher das Gegenteil ist der Fall und der Radfahrer fährt riskanter, wenn er weiß, dass er geschützt ist. Dies gilt zumindest für Erwachsene. Bei Kindern konnte ein solches Verhalten bislang nicht beobachtet werden, denn sie fahren generell eher vorsichtig. Sind Kinder vernünftig an den Straßenverkehr und ans Radfahren herangeführt worden, verhalten sie sich in der Regel umsichtig. Dass Kinder Entfernungen nicht immer richtig einschätzen können und Vorfahrtsregeln nicht aus dem Effeff beherrschen, dürfte allgemein bekannt sein. In Bezug auf das reine Fahren, Lenken und Navigieren sind sie aber sehr gute Fahrer (natürlich mit der entsprechenden Übung).

Fahrradhelme für Kinder gibt es in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein günstiger Helm aus dem Discounter tut?

Fahrradhelme für Kinder gibt es in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein günstiger Helm aus dem Discounter tut?(#06)

Fahrradhelme im Discounter kaufen?

Fahrradhelme für Kinder gibt es in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich die Frage, ob es nicht auch ein günstiger Helm aus dem Discounter tut? Auch hier gibt es keine Helme, die ohne CE-Kennzeichnung verkauft werden, allerdings ist nicht immer ganz klar, ob es sich um das echte Siegel oder um eine gefälschte Kennzeichnung handelt. Allerdings bedeutet ein teurer Helm nicht immer mehr Sicherheit, auch bei hochpreisigen Modellen gibt es enorme Unterschiede.
Der Vorteil des Helms aus dem Discounter ist ganz klar der Preis, denn hier sind Helme schon ab rund zehn Euro erhältlich.

Zum Vergleich: Im Fachhandel beginnen die Preise für Kinderhelme ab Ende zwanzig Euro. Besondere Modelle können 100 Euro oder mehr kosten. Eine Beratung mit fachlich fundiertem Wissen darf im Discounter allerdings niemand erwarten. Hier muss jeder selbst die richtige Größe finden und wissen, worauf geachtet werden sollte.

Tipp: Wer sparen möchte, kauft zwar im Fachhandel, dort aber im Onlineshop. Die Preise sind gegenüber den Ladenpreisen vor Ort oft deutlich günstiger und es sind auch Modelle zu vergünstigten Preisen erhältlich.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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