Fahrrad wieder fit machen: Oder nach dem Winter doch ein neues E-Bike holen? Da gäbe es ja schon ein paar…

Wie lässt sich das Fahrrad wieder fit machen? Das E-Bike stand sicherlich über den Winter und wurde hoffentlich wie ein normales Fahrrad weggestellt: gründlich gereinigt, gut abgetrocknet und geölt. Doch jetzt lockt der Frühling!

Fahrrad wieder fit machen: Das E-Bike aus dem Winterschlaf holen?

Das E-Bike hat den Winter über sicher und trocken geruht, doch jetzt locken die ersten warmen Sonnenstrahlen zu einer Ausfahrt. Allerdings sind zuvor einige Dinge zu erledigen, ehe die Fahrt ins Frühjahr beginnen kann.

Wichtig:
Der Akku wurde hoffentlich richtig gelagert, wofür auch der Temperaturbereich, der seitens des Herstellers angegeben wurde, eingehalten werden musste. Über den Winter sollte der Akku ein- bis zweimal aufgeladen werden, damit er sich nicht zu tief entlädt.

An dieser Stelle gleich ein Tipp: Wer damit liebäugelt, sich doch lieber ein neues E-Bike zu kaufen, sollte die aktuellen E-Bike Tests lesen, um einen Fehlgriff zu vermeiden!

Zurück zum Frühling:
Wer nun sein Fahrrad wieder fit machen möchte, braucht eine Checkliste mit den wichtigsten Dingen, die nach dem Winter zu erledigen sind:

Der Akku wurde hoffentlich richtig gelagert, wofür auch der Temperaturbereich, der seitens des Herstellers angegeben wurde, eingehalten werden musste.  ( Foto: Shutterstock-aerogondo2_)

Der Akku wurde hoffentlich richtig gelagert, wofür auch der Temperaturbereich, der seitens des Herstellers angegeben wurde, eingehalten werden musste. ( Foto: Shutterstock-aerogondo2_)

  • Bremsen checken

    Um die Bremsen zu prüfen, braucht es keinen Profi. Der Check geht ganz einfach: Ohne viel Leergang sollte ein fester Druckpunkt zu spüren sein. Sofern das nicht so ist, sollten die Bremsen entlüftet werden. Greift die Bremse aber gut, gilt der nächste Blick den Bremsscheiben, die nicht rostig oder verfärbt sein dürfen.

    Bremsbeläge gelten als klassische Verschleißteile, sollten aber vor der Abfahrt im Frühjahr noch mindestens einen Millimeter dick sein. Beim Aufziehen neuer Bremsbeläge wichtig: Diese müssen eingebremst werden, was auf einer nicht zu stark befahrenen Strecke geschehen sollte. Hier wird auf rund 25 km/h beschleunigt, dann muss stark abgebremst werden. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen!

  • Reifen prüfen

    Die Reifen dürfen keine Risse aufweisen oder gar kleine Fremdkörper eingefahren haben. Das Profil sollte wenigstens einen Millimeter betragen. Der Reifendruck wird mit den Fingern überprüft: Er lässt sich erfühlen. Wer sich das nicht zutraut, sollte auf die Angaben des jeweiligen Bikes achten und den Reifendruck mit dem Manometer nachmessen.

    Die Reifen dürfen keine Risse aufweisen oder gar kleine Fremdkörper eingefahren haben. Das Profil sollte wenigstens einen Millimeter betragen. (Foto: Shutterstock-visivastudio)

    Die Reifen dürfen keine Risse aufweisen oder gar kleine Fremdkörper eingefahren haben. Das Profil sollte wenigstens einen Millimeter betragen. (Foto: Shutterstock-visivastudio)

  • Speichenspannung testen

    Beim Fahren kommt es auf die richtige Speichenspannung an. Sich überkreuzende Speichen werden für diesen Prüfpunkt zusammengedrückt, der Kreuzungspunkt sollte sich nicht zu stark verschieben lassen. Der maximale Wert liegt hier bei einem Zentimeter.

  • Licht überprüfen

    Eine funktionierende Lichtanlage ist nicht nur praktisch, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben. Sie gehört daher unbedingt zur Liste der Prüfpunkte. Sind hier Wackelkontakte vorhanden oder ist das Licht gar gänzlich ausgefallen, muss der Profi aus der Fahrradwerkstatt hinzugezogen werden.

    Kette prüfen und ölen gehört zum Frühjahrsputz (Foto: Shutterstock-_wavebreakmedia )

    Kette prüfen und ölen gehört zum Frühjahrsputz (Foto: Shutterstock-_wavebreakmedia )

  • Kettenspannung prüfen

    Eine gerissene Kette ist mehr als ärgerlich, daher sollte die Kette nicht nur im Frühjahr überprüft werden, sondern während des gesamten Jahres immer wieder mal. Die Kettenmesslehre ist das geeignete Werkzeug, es zeigt an, ob die Kette länger geworden ist. Schwer einzuschätzen sind die Ritzel, auch hier sollte eventuell ein Fachmann darauf schauen.

  • Schrauben festziehen

    Es kann sein, dass sich schon vor dem letzten Winter die Schrauben gelockert haben. Das kann gefährlich werden, daher sollten unbedingt alle Schrauben geprüft und gegebenenfalls nachgezogen werden. Doch Vorsicht: Nicht zu fest anziehen, denn wie heißt es so schön im Fachjargon: Nach „fest“ kommt „ab“!

Der Blick auf die neuen Modelle, die im Frühjahr auf den Markt kommen. Hallo, 2021, du hast ja so viel zu bieten! (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

Der Blick auf die neuen Modelle, die im Frühjahr auf den Markt kommen. Hallo, 2021, du hast ja so viel zu bieten! (Foto: Shutterstock-Andrey_Popov )

Lieber doch ein neues E-Bike kaufen?

Auf der einen Seite lässt sich das Fahrrad wieder fit machen, wenn auch vielleicht mit etwas mehr Aufwand. Es müssen einige kleine Reparaturen vorgenommen werden, vielleicht ist das eine oder andere Verschleißteil zu tauschen. Dann der Blick auf die neuen Modelle, die im Frühjahr auf den Markt kommen. Hallo, 2021, du hast ja so viel zu bieten!

Natürlich ist die Überlegung dann, doch lieber ein neues E-Bike zu kaufen, völlig verständlich. Die folgenden fünf ausgewählten Modelle zeigen recht eindrucksvoll, wie sehr sich die Hersteller angestrengt haben, um den gewachsenen Bedarf der E-Bike-Fans zu decken:

  1. Bergamont E-Horizon Wave (Video)

    Hallo, Frühjahr, du kannst kommen! Mit diesem E-Bike auf jeden Fall, denn es eignet sich als perfektes Trekkingbike für den Einsatz im Alltag, in der Stadt und auf längeren Touren über Land. Der Rahmen des neuen Modells wurde vollständig überarbeitet, der Akku ist jetzt komplett integriert.

    Der Motor kommt von Bosch und ist ein Gen4. Das Besondere: Alle Kabel und Züge sind im Rahmen verbaut, nichts ist mehr von außen sichtbar. Für alle Fans von Tiefeinsteigern ist das Bike ebenso geeignet. Das Gewicht des E-Bikes liegt bei 140 kg, der Preis beginnt ab 2.500 Euro.

    Video: Top10 Tiefeinsteiger E-Bikes 2021

  2. Cube Stereo Hybrid 140 Modell 2021 (Video)

    Das Fully E-Bike ist für alle Trails und Touren geeignet, es macht in den Bergen eine hervorragende Figur! Damit ist das Cube für alle passionierten Sportler im Hobby- und Semi-Profi-Bereich gemacht. Die neuen Farbkombinationen lassen das Bike spannend werden, doch eigentlich hat Cube das Modell gegenüber dem Vorjahresmodell nicht großartig geändert. Die 29er Laufräder sind jedoch neu, der Bosch-Motor hat natürlich ein Update bekommen.

    Der Systemvorbau ist aber die wirkliche Neuheit und diese ist in Zusammenarbeit mit Acros entstanden. Die Spacer wurden angepasst. Nicht neu hingegen sind die Preise, die wie immer bei Cube recht hoch angelegt sind. Ab 4000 Euro ist das Bike zu bekommen, wenn es in der Race-Variante gewählt wird.

    Das Top-Modell SLT kostet stolze 8.400 Euro. Angesichts dieses Preises kann es nötig sein, den E-Bike Kauf noch einmal zurückzustellen. Lieber das vorhandene Fahrrad wieder fit machen und dann im nächsten Jahr das Vorjahresmodell kaufen! Oder doch die Ausgabe wagen und neuen Fahrspaß erleben. Wohin schlägt die Waage aus?

    Video: CUBE Stereo Hybrid 140 im EMTB-Test: Komfort-Tourer mit Allround-Potenzial

  3. Cannondale Topstone Carbon Neo Lefty

    Das Gravel E-Bike aus dem Hause Cannondale ist für Langstrecken ebenso geeignet wie für Bikepacking-Touren und Offroad-Strecken, wobei das Bike scheinbar die lange erwartete eierlegende Wollmilchsau ist. Das Rennrad weist eine Federgabel auf, bringt den CX Motor von Bosch mit und eine 650 B Bereifung. Klingel und Gepäckträger sind hingegen nicht vorhanden, doch die braucht ein echter Fan solcher Bikes auch nicht.

    Das Tolle an dem neuen Bike: Das Bosch Aggregat erweist sich als überaus kräftig und der Akku ist sehr leistungsstark. Damit gibt es keine Steigung, die nicht zu bewältigen ist! Zumindest fast keine und Fans haben das Gefühl, sie kämen mit dem Topstone bis ans Ende der Welt. Die Preise sind ähnlich wie bei Cube und liegen zwischen 4500 und 9000 Euro.

  4. Centurion Country R2600i (Video)

    Wer häufig über Land und viele Feldwege fahren will, ist mit dem E-Bike bestens beraten. Der Offroad-Tiefeinsteiger von Centurion erweist sich als optisch aufgeräumt und wurde komplett überarbeitet. Verbessert wurden die Sattelstütze und die Reichweite des Akkus, die Einstellung des Dämpfungsgrads und die komplette Ausstattung mit neuer XT-Schaltung, Deore-Bremsanlage und SR Suntour Mobie Gabel. Die Preise beginnen bei knapp über 4000 Euro, in der Einsteigerversion ist das E-Bike für das kommende Frühjahr schon ab 3000 Euro erhältlich.

    Video: Die besten Design E-Bike Neuheiten 2021

  5. Cube Nuride Hybrid Performance Allroad

    Und noch ein E-Bike aus dem Hause Cube, das zu überzeugen weiß! Der Tiefeinsteiger ist als elektrisches Mountainbike konzipiert worden und eignet sich für alle, die über Land oder in der Stadt fahren wollen, die das Bike im Alltag oder für eine Sonntagstour einsetzen möchten.

    Der Grund für die neuerliche Auflage des Nuride liegt in der großen Nachfrage, die die Modellreihe nach ihrer Veröffentlichung erfahren hat. Die Preise sind hier deutlich günstiger und beginnen bei 2.200 Euro. Dafür bekommen E-Bike-Fans aber schon ordentlich was geboten: Die gute Allroad-Ausstattung und die ergonomische Sitzposition machen zusammen mit der hohen Leistungsfähigkeit des Motors und der guten Reichweite des Akkus das Fahren zum Erlebnis.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply