Fahrradmarkt in Deutschland: Daten, Fakten & Infos

Der Fahrradmarkt in Deutschland boomt. Der Umsatz rund um Fahrräder und E-Bikes stieg in 2017 auf 2,69 Milliarden Euro, ein Plus von 3,2 Prozent. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn die eigentlichen Verkäufe gehen zurück.

Fahrradmarkt in Deutschland: Was gibt es Neues in Sachen Fahrräder, E-Bikes, Komponenten und Zubehör?

Weniger Verkäufe, aber mehr Umsatz. So lassen sich die Ergebnisse beim aktuellen Fahrradmarkt zusammenfassen. Ein wichtiger Grund für den stärkeren Umsatz: Der durchschnittliche Verkaufspreis wuchs um 8,6% im Vergleich zum Vorjahr und lag in 2017 bei 698 Euro hinweg über alle Verkaufswege.

  1. Der Anteil von „normalen“ Fahrrädern zu E-Bikes beim Gesamtumsatz
  2. Neueste Zahlen zum Absatz von Mountain-Bikes, Trekking- oder City-Rädern
  3. Überraschend: Wo werden Fahrräder für Deutschland eigentlich produziert?
  4. Geld verdienen mit E-Bikes: Spannende Geschäftsmodelle

Fahrradmarkt in unseren Zeiten: E-Bikes gewinnen immer höhere Marktanteile

Elektro ist auf dem Vormarsch: Laut der Interessenvertretung Zweirad-Industrie-Verband werden zwar weniger gewöhnliche Räder verkauft. Dafür steigt der Absatz an E-Bikes immer weiter an. Im Jahre 2017 verkauften sich insgesamt 3,85 Millionen Einheiten und damit fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Unter diesen verkauften Rädern waren 3,13 Millionen Fahrräder und 0,72 Millionen Elektrofahrräder (zum Vergleich 2015: 4,36 Millionen Verkäufe, darunter 3,82 Mio. herkömmliche Räder und 0,54 Mio. E-Bikes). Da waren gebrauchte Räder noch nicht einmal darunter. Positiv: Der Umsatz stieg trotzdem und zwar auf 2,69 Milliarden Euro in 2017, nach 2,43 Milliarden zwei Jahre zuvor.

Dazu ein Kommentar von Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Zweirad-Industrie-Verband, im Fahrradportal, der zentralen Informationsplattform für die Förderung des Radverkehrs in Deutschland: „Die deutsche Fahrradindustrie konnte im vergangenen Jahr erneut die Umsätze steigern. Das E-Bike ist der Treiber der Branche. Hier wurden die positiven Prognosen für das letzte Jahr sogar noch einmal deutlich übertroffen. Auch für die Zukunft sind wir zuversichtlich, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird.“

Irgendwann muss jedes noch so akkustarke E-Bike an die Ladestation. (#1)

Irgendwann muss jedes noch so akkustarke E-Bike an die Ladestation. (#1)

Boom bei E-Bikes: Was sind mögliche Gründe?

Der Anteil der E-Bikes zu den Gesamtverkäufen aller Fahrräder stieg also innerhalb von 2 Jahren von 12,3 Prozent auf nunmehr 18,7 Prozent. Warum diese Fahrräder immer beliebt werden, kann fröhlich spekuliert werden. Aber die immer stärkere Motorisierung und gleichzeitig drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge haben sicher ihren Anteil. Auch als Alternative zum Lieferservice in den Innenstädten sind E-Bikes gefragt. Setzt sich dieser Trend fort, könnten die dicht besiedelten Regionen unseres Landes wieder etwas aufatmen. Darüber hinaus gibt es manchmal auch profane Gründe, warum sich mehr Räder verkaufen. Etwa schönes Wetter im Frühjahr, was mehr Kunden dazu verleitet, sich einen Drahtesel zuzulegen.

Fahrradmarkt: Die Anteile von Citybikes, Mountain Bikes & Co.

Die Liste zeigt, wie sich die einzelnen Modellgruppen anhand der aktuellen Zahlen entwickelt haben:

  • der Absatz von Trekkingrädern, Citybikes und Mountain Bikes ist leicht rückläufig
  • ein Wachstum auf niedrigem Niveau ist bei Lastenrädern und Liegerädern zu verzeichnen
  • die E-Bikes erzielen, wie schon erwähnt, ein starkes Wachstum
  • ATB (All Terrain Bikes), Jugendräder, Rennräder, Holland- oder Tourenräder blieben beim Absatz konstant
Was gibt es Schöneres als eine E-Bike-Tour mit der ganzen Familie? (#2)

Was gibt es Schöneres als eine E-Bike-Tour mit der ganzen Familie? (#2)

Was für Vorteile bietet speziell das E-Mountain-Bike?

Stark an Marktanteile gewinnen konnte das E-Mountain-Bike (E-MTB). In 2017 betrug der Anteil an allen E-Bikes bereits 21,5 Prozent. Was sind die Ursachen, warum sich immer mehr Radler für diesen Typ Fahrrad entscheiden? Es ist ganz sicher die Kombination aus Geländetauglichkeit mit motorisierter Hilfe. Der E-Mountain-Biker erklimmt hohe Berge und kommt auch weiter, wenn die Wege schlammig und das Gelände uneben wird. Puristische MTB-Fans, die ohne Elektro-Unterstützung unterwegs sind, kritisieren zwar diesen Trend, doch aufhalten wird er sich aufgrund der beschriebenen Vorzüge bestimmt nicht.

Denn: Mit dem E-Mountain Bike können abgelegene Wege entdeckt werden, die früher nur Motorcrossrädern vorbehalten waren. Es ist also möglich, abseits bekannter Routen eine Art Abenteuerurlaub in den Bergen zu verbringen und trotzdem noch das Gefühl zu haben, selbst in die Pedale getreten und etwas geleistet zu haben.

Ist das Fahren mit E-MTB in den Bergen gefährlicher?

Laut „pressedienst-fahrrad.de“ gab es auf Nachfrage unter diversen alpinen Bergwachten keine Erkenntnisse dazu. Es wären „keine neuen oder gehäuften Unfallmuster, die durch E‐MTB induziert seien, feststellbar“, so Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern.  So würden zwar mehr E-Biker in den Bergen gerettet, das hängt aber mit der steigenden Zahl dieser Radtypen zusammen. Im Gegenteil: Ein E-MTB wird sogar selbst von Bergwachten, etwa der in Berchtesgaden eingesetzt, um Menschen in Not zu retten.

Überraschend, in welchen Ländern für den hiesigen Fahrradmarkt produziert wird

Immer weniger Fahrräder werden in Deutschland selbst hergestellt. Wurden 2015 noch 2,19 Millionen Einheiten hierzulande produziert, sank dieser Anteil im Jahre 2017 auf nur noch 1,73 Millionen Einheiten. Spannend, wo die meisten der in Deutschland verkauften Räder hergestellt werden. Die kommen aus einem Land, das wohl keiner auf der Rechnung hat: Kambodscha mit einem Anteil von 23% an allen in Deutschland verkauften Rädern mit ausländischem Produktionsstandort. Polen (13 Prozent) und Bulgarien (11 Prozent) folgen, so dass diese drei Länder fast die Hälfte der importierten Fahrräder ausmachen.

Weiterer Trend: Die Produktion verschiebt sich. Und zwar von hoch entwickelten Ländern in weniger wirtschaftsstarke Staaten. Taiwan ist ein gutes Beispiel. Laut ZIV war dieses Land vor gerade einmal fünf Jahren noch der zweitgrößte Importeur nach Deutschland. Heute liegt es auf Rang fünf der bedeutendsten Einfuhrländer. Das bedeutet: Je höher die wirtschaftliche Entwicklung, umso weniger Fahrräder werden selbst produziert.

Der Fahrradmarkt in Deutschland zeichnet sich durch eine unglaubliche Vielfalt aus. (#3)

Der Fahrradmarkt in Deutschland zeichnet sich durch eine unglaubliche Vielfalt aus. (#3)

Geld verdienen mit E-Bikes: Spannende Geschäftsmodelle

Geld verdienen mit E-Bikes ist möglich und bietet Vorteile für alteingesessene Firmen wie Start-Ups diverser Branchen. Auch Nutzer profitieren selbstverständlich von cleveren Lösungen in der Nutzung. Schnell und flexibel via Smartphone und App ein Fahrrad mieten und als Tourist die schönsten Sehenswürdigkeiten entdecken. Einheimische wiederum könnten sich für Möglichkeiten interessieren, Lastenräder zu mieten und kurzfristig wichtige Dinge damit zu transportieren. Einige vielversprechende Geschäftsmodelle werden hier vorgestellt.

  • Leihräder für Touristen und Einheimische:
    Radfahren im 21. Jahrhundert bedeutet oft, sich an der nächsten Straßenecke ein Leihfahrrad zu besorgen, den Code einer Verleihfirma ins Smartphone eingeben und das Fahrrad für ein paar Stunden zu benutzen. Entweder um als Tourist die Sehenswürdigkeiten einer Stadt zu besuchen oder als Einheimischer zu einem Termin zu gelangen und den Stau in den Innenstädten zu umgehen. Die Fahradannahme läuft unkompliziert. Von anderen gebrauchte Räder zu benutzen, ist für die meisten Leute dabei kein Problem.
  • Lastenräder:
    Eine praktische und umweltfreundliche Lösung, um Staus in der Innenstadt zu umgehen und trotzdem schnell Artikel in Paketgröße zu transportieren. Immer mehr Dienstleister setzen auf diese Art des Transports. Gerade weil das Lastenrad wenig Platz benötigt, ist man im Vorteil und hat nicht selten die Nase vorn, wenn es um Schnelligkeit des Transportes geht.

Wichtige Voraussetzung für den Geschäftserfolg: Eine funktionierende E-Bike Infrastruktur. Das bedeutet zum Beispiel eine ausreichende Versorgung mit Ladestationen, wo E-Biker ihren Akku wiederaufladen können. Darüber hinaus gilt: Je einfacher und schneller der Verleih via Smartphone & Co. funktioniert, umso besser fürs Geschäft. In jedem Fall handelt es sich um einen echten Wachstumsmarkt. Neue Entwicklungen dürften viele Interessenten spannend verfolgen.

Fahrradmarkt: So viele Fahrräder und E-Bikes gibt es in Deutschland

Es geht kontinuierlich aufwärts. Alleine im Jahre 2016 gab es laut ZIV im ganzen Land 73,5 Millionen Räder inklusive E-Bikes. Bald ist es soweit und jeder Einwohner in Deutschland besitzt zumindest laut Statistik ein eigenes Rad. Das Radfahren ist also inzwischen eine Art Volksbewegung und es dürfte besonders spannend sein, wohin die Entwicklung in Sachen E-Bike hingeht.

Video: 5 Radfahr-Tipps im Alltag

Fahrradmarkt: Die besten Räder für Senioren und Sportler

Es gibt inzwischen unendlich viele Fahrradtypen am Markt. Je nach Bedarf, ob man eben ein paar Besorgungen im Supermarkt erledigen will oder auf hohen Berggipfeln stundenlange Touren unternimmt.

  • Ideal für ältere Menschen:
    Pedelecs, die erst beim aktiven Treten einen zusätzlichen Elektromotor in Gang bringen. Die Senioren bewegen sich und fahren dank motorisierter Unterstützung genauso schnell wie früher. Holländer- oder Citybikes sind hervorragend für Senioren geeignet, weil sie einen niedrigen Einstieg besitzen und man quasi auf dem Fahrrad thront und nicht vornübergebeugt in sportlicher Weise in die Pedalen tritt.
  • Ideal für sportlich aktive Radler:
    Ein Trekkingrad, auf Wunsch ebenfalls möglich mit Elektrounterstützung. Diese Räder sind besonders robust und ausgelegt für stundenlange Touren im Urlaub oder in der Freizeit. Dieser Radtyp ist ein guter Kompromiss zwischen einem reinen Stadtrad und einem geländetauglichen Mountain Bike. Ergo: Man kann als Radler „nichts falsch“ machen, wenn man sich für diese Variante entscheidet. Geeignet für praktische alle Altersklassen und stabil genug für Touren aller Art. Ausnahme vielleicht wirklich extreme Geländeformen.

Fahrradmarkt in Deutschland: Ausgewählte Adressen

Der Fahrradmarkt bleibt spannend. Wichtig also, stets up to date zu bleiben. Aus diesem Grund einmal die relevantesten Adressen zum Thema Fahrrad & Co. Das können politische Themen sein wie der Ausbau des Radwegenetzes, aber auch praktische Tipps zu neuen technischen Entwicklungen. Radfans finden hier eigentlich immer etwas, das sie zum längeren Lesen einlädt.

Zweirad-Industrie-Verband (ZIV)
Königsteiner Straße 20a
D-65812 Bad Soden am Taunus

T +49 6196 50 77 0
F +49 6196 50 77 20
contact@ziv-zweirad.de

Internetseite ZIV

Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club e. V.
Mohrenstraße 69
10117 Berlin

Telefon: 030 2091498-0
Telefax: 030 2091498-55
E-Mail: kontakt@adfc.de

Internetseite ADFC

Bund Deutscher Radfahrer e.V.

Otto-Fleck-Schneise 4
60528 Frankfurt a.M.

Tel: 069/ 967800 -0
Fax: 069/ 967800 -80

E-Mail: info@bdr-online.org

Internetseite BDR

Fazit

Das E-Bike revolutioniert das Radfahren. Während immer weniger normale Räder verkauft werden, boomt der Absatz elektronisch angetriebener Modelle. Vor allem das E-Mountain-Bike erfreut sich wachsender Beliebtheit und verfügt inzwischen über eine treue Fangemeinde. Verstehen kann man es: Es ist ein faszinierendes Gefühl, mit dem E-MTB die Berge hinaufzuklettern und auf abgelegenen Wegen tolle Bergpanoramen zu genießen. Eher fürs Business interessant sein, sind Geschäftsmodelle in Zusammenhang mit dem E-Bike. Das können Leihräder und eine Fahrradannahme für jedermann sein aber auch Bring-Dienste von der Lieferung einer Pizza bis hin zum wichtigen Geschäftsbrief.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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