10 Tipps für das Fahrradfahren im Winter

Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, ist gerade in Großstädten angesagt. Denn immer weniger haben Lust und Muse, sich Tag für Tag auf die Unwägbarkeiten des städtischen Nahverkehrs zu verlassen.

Fahrrad vs. Nahverkehr

Jeder kennt es: Mal kommt die S-Bahn pünktlich, an anderen Tagen fällt ohne einen erkennbaren Grund plötzlich jeder zweite Zug aus. Und vom Stau, der sich auf den Einfahrtsstraßen in die Stadt morgens und am späten Nachmittag in schöner Regelmäßigkeit bildet, hat man schon die Nase voll, wenn man nur von ihm hört. Deshalb bleibt für viele nur das Fahrrad als optimaler fahrbarer Untersatz auf dem Weg ins Büro. Gesünder ist das obendrein auch noch. Doch damit das auch in der kalten Jahreszeit Spaß macht, gilt es hier ein paar Dinge zu beachten.

Der richtige Reifen: Winterreifen

Das fängt nicht zuletzt bei der Wahl des Reifens an. Gerade wenn der Herbst die ersten Frostnächte erwarten lässt, besorgt sich der Autofahrer schnell noch einen Termin, um in der Werkstatt die Winterreifen aufziehen zu lassen. Gleiches sollte für den Fahrradfahrer gelten, denn gerade normale City-Räder oder Trekkingbikes haben von Haus aus kein besonders tiefes und strukturiertes Reifenprofil. Bei Nässe oder Glätte kann die Fahrt ins Büro so schnell die Fahrt in die nächste Notaufnahme werden, wenn das Rad einfach keinen Grip finden möchte. Die Lösung sind spezielle Winterreifen. Eine Pflicht, die zu verwenden, gibt es allerdings nicht. Wer zu faul ist, seine Reifen alle paar Monate zu wechseln, kommt mit Ganzjahresreifen, wie es sie für Autos auch gibt, gut und vor allem sicher durch das Jahr.

Bei Nässe oder Glätte kann die Fahrt ins Büro so schnell die Fahrt in die nächste Notaufnahme werden, wenn das Rad einfach keinen Grip finden möchte. (#01)

Bei Nässe oder Glätte kann die Fahrt ins Büro so schnell die Fahrt in die nächste Notaufnahme werden, wenn das Rad einfach keinen Grip finden möchte. (#01)

Eis & Schnee: Reifen mit Spikes

Bei Eis und Schnee bekommen aber selbst die besten Winterreifen schnell die Grenzen aufgezeigt. Besonders tückisch ist das gefürchtete Blitzeis. Das entsteht, wenn normale Regentropfen auf den Boden auftreffen und unmittelbar gefrieren. Die Folge ist eine teilweise recht dicke Eisschicht, auf der jegliche Fortbewegung zum Glücksspiel gerät.

Gleiches gilt für heftige Schneefälle, die die Straßen innerhalb kürzester Zeit zur seifigen Tanzfläche werden lassen, auf der kontrollierte Bewegungen kaum mehr möglich scheinen. Für diese Fälle gibt es spezielle Reifen, die mit kleinen Spikes versehen sind. Die bohren sich selbst in eisige Oberflächen und sorgen für ein stabiles und sicheres Vorankommen, während der Rest der Pendler im Stau steht oder am Bahnsteig auf den nicht kommenden Zug wartet.

Mehr Auflagefläche ist gleich mehr Grip. (#02)

Mehr Auflagefläche ist gleich mehr Grip. (#02)

Weniger Luftdruck

Mehr Auflagefläche ist gleich mehr Grip. Nach dieser einfachen Formel funktioniert folgender Tipp. Dabei wird einfach aus dem Reifen etwas Luft gelassen. Mit weniger Luftdruck entsteht mehr Auflagefläche und mehr Kontakt zwischen Reifen und Boden. Die Folge ist gleichzeitig eine bessere Standfestigkeit. Noch mehr Auflagefläche lässt sich mit den passenden Reifen erzielen. Sogenannte Fatbikes sind speziell für das Fahren im Winter und auf Schnee gedacht und fallen mit ihren dicken Reifen garantiert auf.

Öfter reinigen

Streusalz ist bei den Winterdiensten heute nicht mehr wegzudenken. Das Salz senkt den Schmelzpunkt von Schnee und Eis und sorgt so für weniger rutschige Straßen. Allerdings ist das Streusalz relativ aggressiv. Nicht nur für die Umwelt ist das Salz ein nicht unwesentlicher Eingriff. Auch Autos und Fahrräder mögen das weiße Gold nur bedingt. Zum einen sind es Lackschäden, die oft zu beobachten sind. Gerade bei Fahrrädern wird aber auch die Kette angegriffen. Daher empfiehlt sich eine sehr regelmäßige Reinigung, sowie eine deutlich öfter vorgenommene Ölung der Kette, um gut und vor allem sicher durch den Winter zu kommen.

Immer mit Licht

Dass eine vorschriftsmäßige Beleuchtung im Herbst und Winter sein muss, sollte jedem Radfahrer klar sein. Sie dient nicht nur der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern in erster Linie der eigenen Sicherheit. Denn bei Schlechtwetter wird ein schlecht beleuchtetes Fahrrad, das am Straßenrand fährt, schnell mal übersehen und gefährliche Unfälle können die Folge sein. Eine Beleuchtung, die nicht übersehen wird, die allerdings auch nicht blendet, sollte daher immer eingeschaltet sein. Bei batteriebetriebenen Lampen darauf achten, dass diese mit einem „~K“ versehen sind. So lässt sich feststellen, ob die Leuchte für den Straßenverkehr zugelassen ist. Ersatzbatterien sorgen dafür, dass man bei leeren Batterien nicht im Dunkeln fährt.

Dass eine vorschriftsmäßige Beleuchtung im Herbst und Winter sein muss, sollte jedem Radfahrer klar sein. (#03)

Dass eine vorschriftsmäßige Beleuchtung im Herbst und Winter sein muss, sollte jedem Radfahrer klar sein. (#03)

Zusätzliche Reflektoren

Noch mehr Sicherheit verleihen zusätzliche Reflektoren an der Kleidung. Reflektorbänder können einfach um die Fußgelenke gewickelt werden. Am Rucksack angebracht, sorgen sie dafür, dass man als radelnder Verkehrsteilnehmer garantiert nicht übersehen wird. Wer ganz sicher gehen will, dass er nicht übersehen wird, kann auch zu einer Warnweste greifen und die zusätzlich über der Jacke tragen.

Die passende Bekleidung

Die Bekleidung sollte im Winter in erster Linie vor Wind und Wetter schützen. Schon bei Temperaturen, die sich langsam der Null nähern, wird es auf dem Rad richtig ungemütlich und kalt. Handschuhe sind dabei Pflicht. Am besten kleidet man sich nach dem Zwiebelprinzip, so dass man am sonnigen Nachmittag nicht mehr so dick eingepackt fahren muss wie am frostigen Morgen. Eine Fahrradbrille sorgt dafür, dass der zugige und im Winter oft beißend kalte Fahrtwind keine Chance hat, die Sicht durch tränende Augen zu blockieren. Noch mehr Tipps rund um die richtige Bekleidung zum Fahrradfahren sind bei SportScheck gesammelt.

Die Bekleidung sollte beim Fahrradfahren im Winter in erster Linie vor Wind und Wetter schützen. (#04)

Die Bekleidung sollte beim Fahrradfahren im Winter in erster Linie vor Wind und Wetter schützen. (#04)

Speziell für E-Bikes: Akku wärmen

Akkus mögen keine Kälte. Was man bei Minusgraden bei Smartphones bald beobachten kann, ist bei Akkus von E-Bikes nicht anders. Tiefe Temperaturen vertragen sie einfach nicht. Die Folge ist ein weniger leistungsstarker Akku. Dem kann allerdings vorgebeugt werden. Spezielle Taschen aus Neopren sorgen dafür, dass der Akku weniger schnell auskühlt und länger Leistung liefern kann. Am besten wird der Akku mit nach drinnen genommen, damit er gar nicht erst komplett auskühlt. Für den Fall, dass die Leistung im Winter derart zurückgeht, dass eine Heimfahrt kaum mehr möglich ist, empfiehlt es sich, ein zweites Ladegerät am Arbeitsplatz zu deponieren. Das Aufladen im Büro sollte vorher allerdings mit dem Chef abgeklärt werden.

Weniger Tempo bei Glätte

Was für Autofahrer gilt, gilt für andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer natürlich auch. Ist die Straße glatt, muss das eigene Tempo entsprechend reduziert werden. Daher für den Arbeitsweg an Tagen mit entsprechend schlechten Witterungsbedingungen lieber etwas mehr Zeit einplanen als im Sommer bei strahlendem Sonnenschein und besten Straßenverhältnissen.

Vorsicht und Rücksicht

Ebenfalls gilt es in der dunklen Jahreszeit und bei schlechten Bedingungen vorsichtig zu fahren und Rücksicht walten zu lassen. Die anderen Verkehrsteilnehmer müssen schließlich mit den gleichen Bedingungen leben. Dabei dürfen Fahrradfahrer im Übrigen auf die Straßen ausweichen, wenn die Fahrradwege noch nicht geräumt sind. Gehwege bleiben den Fußgängern vorbehalten, es sei denn, die Benutzung für Radfahrer ist ausdrücklich freigegeben. Wer mit Umsicht und auch Nachsicht gegenüber anderen fährt, wird belohnt und kommt sicherer ans Ziel als der, der selbst bei sich auftürmenden Schneewänden an jeder Ampel meint, ganz vorne stehen zu müssen.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: STH, #01: vaalaa, #02: lichtspiele, #03: Phakdee kasamsawad, #04: kaca kaca

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

Leave A Reply