Testbericht Giant Twist Esprit Double Power

Die taiwanesische Firma Giant ist seit über 30 Jahren bekannt für ihre zuverlässigen, sportlichen Fahrräder, die auch in Deutschland viele Freunde haben. Mit dem Twist Esprit Double Power hat Giant im vergangenen Jahr ein qualitativ hervorragendes Pedelec auf den Markt gebracht, das auch anspruchsvolle Tester begeistert.

Ein großer Vorteil des Giant Twist Esprit Double Power Pedelecs ist die Verwendung der von Giant erfundenen Hybrid Cycling Technology, die dem Rad eine beeindruckende Reichweite verleiht, die alle anderen Räder dieser Kategorie weit hinter sich zurück lässt. Auch widerlegt das Twist Esprit das alte Vorurteil, das Pedelecs und E-Bikes nur etwas für Menschen sind, die zu faul zum Treten sind. Bei der Hybrid Technology liefert der Motor nämlich umso mehr elektronische Power je mehr der Fahrer in die Pedale tritt.

Große Reichweite mit 2 Akkus

Ausgestattet mit zwei 234 Wh Li-Ionen-Akkus begeistert das Twist Esprit vor allem mit seiner großen Reichweite, die alle anderen Pedelecs der vergleichbaren Preisklasse weit hinter sich zurücklässt: Alleine mit dem ersten Akku schafften wir es auf relativ ebenerdiger Fläche 48 Kilometer weit. Damit ergibt sich für beide Batterien zusammen bei Touren im flachen Land eine Gesamtreichweite von knapp 100 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h. Das ist beachtlich und für einen Sonntagsausflug nahezu optimal. Auch im Berg und in der Stadt konnte uns das Twist Esprit voll überzeugen: Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von immer noch knapp 20 km/h hielt es das Pedelec bergauf satte 38km durch, bis beide Akkus leer waren. In der Stadt betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 15 km/h bei einer Reichweite von 35km.

Ein weiterer Vorteil: Der zweite Akku kann entweder in der Gepäcktasche mitgeführt werden oder am Pedelec selbst. Dann schaltet das Rad automatisch auf den zweiten Akku um, wenn sich der erste dem Ende zuneigt. Erfreulich auch die Ladezeit: Nach nur 3 Stunden und 15 Minuten ist die Batterie wieder voll geladen. Sucht man sich also ein Ausflugsziel mit “Stromtankstelle” aus und verbringt doch mit Essen, Spazierengehen und Sonnenbaden einige Zeit, kann man die Reichweite direkt noch einmal verdoppeln.

Das Schwergewicht Giant Twist Esprit Double Power

Einen kleinen Punktabzug gibt es für das recht hohe Gewicht des Rades, das uns beim Versuch das Twist Esprit auf den Gepäckträger zu hieven sprichwörtlich in die Knie gehen ließ: Stattliche 31,1kg bringt es auf die Waage; dazu kommen die brikettschweren Akkus mit je 2,8kg Gewicht. Dies sollte jeder im Hinterkopf behalten, der seine Fahrräder im Keller abstellt oder in einem höheren Stockwerk ohne Aufzug.
Dass der Punktabzug nicht größer ausfällt, liegt vor allem daran, dass das Twist Esprit entsprechend viel “Ladung “verträgt: Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 150kg. Damit können auch Schwergewichte das Pedelec für den samstäglichen Großeinkauf im Supermarkt nutzen und zusätzlich noch einen Kasten Bier laden. Dieser Wert ist eine ausnahme im Pedelecbereicht, die meisten Bikes machen bei 100kg schlapp.

Die Bremsen des Giant Bike

Neben Vorder- und Hinterradbremsen verfügt das Twist Esprit – für Pedelecs eher ungewöhnlich – über eine Rücktrittbremse. Dies dürfte vor allem Radfahrer erfreuen, die viele Jahre normale Fahrräder mit Rücktrittbremse gefahren haben und Angst vor einem Umstieg auf ein Pedelec mit Handbremse haben. Der Kritik von der Stiftung Warentest in der August-Ausgabe von 2011 an der Bremsenleistung können wir uns nicht anschließen. Es mag anders sein, wenn tatsächlich das volle Gesamtgewicht von 150kg ausgereizt wurde und eine höhere Bremskraft erforderlich ist, doch für den Alltag reichen die V-Bremsen von Tektro vollkommen aus, zumal wir häufiger mit der Rücktrittbremse gebremst haben, die beim Test der Stiftung Warentest gar nicht mit in die Bewertung eingeflossen ist, da die meisten Pedelecs gar keine haben.

Varianten und Licht

Giant bietet das Twist Esprit in drei verschiedenen Größen an: Zur Felgengröße von 28 Zoll gibt es die Rahmengrößen 44, 50 und 55cm. Weitere Ausstattungsmerkmale sind die 8-Gang-Nabenschaltung der Marke Shimano Nexus, der Aluminium-Rahmen von Wave und hochwertige Reifen von Schwalbe, die einen soliden Eindruck machten.

Einzig der LED-Scheinwerfer von Panasonic enttäuschte bei unserer Fahrt in der Dunkelheit: Während ein größerer Bereich gut beleuchtet wurde, war es direkt vor dem Rad stockfinster. Dies ist nicht so ideal, wenn man beispielsweise auf Waldwegen unterwegs ist und immer wieder Ästen, Tannenzapfen und ähnlichem ausweichen muss. Wer das Pedelec jedoch hauptsächlich in der Stadt benutzt oder bei Wochenendausflügen tagsüber, braucht sich daran nicht stören. Vorteilhaft ist wiederum, dass das Licht durch den eigenen Motor mit Strom versorgt wird und nicht über einen Dynamo. So ist volle Beleuchtung auch bei sehr langsamem Fahren oder beim Stehen gewährleistet.

Fazit zum Giant Twist Esprit Double Power

Unser Fazit: Für den relativen günstigen Preis von 2.299 Euro bietet das Giant Twist Esprit Double Power Fahrkomfort und eine enorme Reichweite. Ein ideales Einsteiger-Pedelec, das sich vor allem für Ausflügler, Freiluftfanatiker und Pendler hervorragend eignet und auch als “Lastesel” sehr gute Dienste tut.

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Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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