Bergamont: Flagship Store St. Pauli, Budapester Straße 45-46

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Bergamont ist die Marke von Susann Atwell, von Daniel Böhm, von Cornelia Poletto und, und, und… Hamburg ist die Heimat der Marke von Stefan Berkes, der den Brand 1993 aus der Taufe gehoben hat. St. Pauli, Lagerstraße 26 – das ist die feine Adresse für die E-Bikes aus dem Schanzenviertel.

150.000 Bikes, das ist schon ne Hausnummer, ein großes Rad, das Stefan Berkes da dreht. Begonnen hat alles 1993 am Schlachthof. Jetzt geht Stefan Berkes in die Budapester Straße und eröffnet seinen ersten Flagship Store. Ein konsequenter Schritt, denn gut platziert hat er seine Marke bereits. Wenn die Fernsehmoderatorin Susann Atwell mit ihrem Bike durch die Straßen fährt, wenn Cornelia Poletto, die bekannte TV-Köchin, sich auf ihr blaues E-Bike schwingt, wird klar, was die Marke stark macht. Auch der FC St. Pauli powert seine Jungs mit fünfzehn Mountainbikes der legendären Revox-Serie aus dem Stall von Bergamont.

Während Stefan Berkes früher vor allem Räder anderer Hersteller vertrieb, erkannt er schon bald, welche Anforderungen der Markt an ein Bike stellt und stieg mit Bergamont kurz vor dem Millenium als Hersteller ins Geschäft ein. Der Erfolg gibt ihm recht: er ist Hamburgs größter Fahrradproduzent.

Der Bergamont Flagship Store in der Budapester Straße

Marketingleiter Tim Huppertz ist berechtigterweise schon ein wenig stolz, wenn er durch die 160 m² des Ladens führt. Von den knapp 200 Modellen (vom BERGAMONT E-LINE C-N8 FH WAVE (2014) bis zum BERGAMONT SWEEP MGN EQ GATES (2014)), die Bergamont offeriert, werden sich etwa siebzig permanent im Showroom zeigen. Stahlracks, Holzrückwände, der Industrial Style taucht die Boliden von Bergamont in ein unwirkliches aber magisch anziehendes Licht einer anderen Welt. Neben dem Showroom steht die Werkstatt bereit. Händlern wird dieser Shop-Style wohl den Mund wässrig machen. Das ist auch so gewollt. Bergamont will das Interior als Shop-in-Shop-System den Händlern zur Verfügung stellen. Clever gedacht und verlockend für den Handelspartner, die Bikes mit einer Price-Range von 400 bis etwa 5.500 Euro ins Portfolio aufzunehmen und auch gleich den Style der Marke praktisch pret-a-porter ins Haus geliefert zu bekommen.

Bergamont ist die Marke von Susann Atwell, von Daniel Böhm, von Cornelia Poletto, dem FC St. Pauli und, und, und…

Boom-Town Bergamont

Während die gesamte Branche im Vorjahr schwächelt und jammert, peilt Bergamont mit seinen Bikes satte 37 Millionen Umsatz an. Das ist eine Ansage, wächst das Unternehmen doch gesund und rasant vom ersten Jahr an. Zum Jahresende sieht Marketingleiter Huppertz leere Läger. Man mag es ihm sofort glauben, haben die vergangene Jahre doch gezeigt, was in den Jungs vom Kiez steckt. D-A-CH sind der Kernmarkt von Bergamont. Völlig gegen den Trend wachsen die Absatzzahlen in Deutschland. Interessant: deutsche Hersteller wie Stevens, Cube und Canyon wachsen und auch die Preise deutscher Bikes steigen – vor allem durch den Trend zum E-Bike, trotz des Mengenrückgangs insgesamt. Offensichtlich sucht der deutsche Käufer gutes Design und gute Bikes aus Deutschland.

Hanseatisches Design

Das Team der Entwicklungsabteilung arbeitet bereits an neuen Modellen. Ebenfalls dort wird auch die Fertigung und deren Qualität kontrolliert. Die erfolgt nämlich in Taiwan und China. Dieses Stück Globalisierung leben auch andere Hersteller wie Stevens mit seinen 80.000 Bikes pro Jahr. Bergamonts Produktportfolio ist vielseitig: klassisches City-Bike, Retro-Fahrrad, Trekkingrad, Kinderrad, Mountainbike, Rennrad. Das 55-Mann-Team ist da schon gut beschäftigt, kriegt die Aufgaben aber offensichtlich sehr gut gewuppt.

Dichtes Händlernetz

Bergamont verkauft nach knapp zwei Jahrzehnten (!) mit über 450 Händlern flächendeckend in Deutschland. Weltweit reichen die Stores von Bergamont’s Händlern von Neuseeland bis Russland – 35 Staaten. Europa hat Bergamont zu seinem Wachstumsgebiet erklärt, was zu einer Aufstockung des Personals führt. Bergamont gehört zum Schweizer Unternehmen BMC. Dennoch ist man stolz darauf, wichtige Entscheidungen stets in Hamburg, genauer: St. Pauli getroffen zu haben. Man fühlt sich dem Standort verbunden – wie könnte es auch anders sein, stand hier doch die Wiege des Unternehmens.

Dennoch: im Markt weht ein eisiger Wind. Die Mutter – BMC – bekam dies bereits zu spüren, war dies doch der Anlass, mit Stromer zu verschmelzen. Kostendruck bei Entwicklung und Komponenten drücken aufs Ergebnis. Da muss man schon aktiv werden.

Die Erfolgsstory steckt an. Mit Bergamont kann man sich identifizieren und da kann man auch nur die Daumen drücken. Coole Bikes, cooles Team und Erfolg satt. Wir schauen zu, wie der Senkrechtstart weiter geht – und wir haben Lust, mal in der Budapester Straße reinzuschauen und ne Nase voll Bergamont-Duft zu schnuppern.

2 Kommentare

  1. Guten Tag!
    Wir hatten vor ca einem Jahr ein Jugendfahrrad bei Ihnen gekauft. Das ist nun schon massiv rosig . Vor allem der Zahnkranz und fast alle Schrauben. Das finden wir bei dem Preis eigentlich nicht in Ordnung.
    Das Fahrrad meines Mannes steht genau daneben und ist bestimmt schon zehn Jahre alt und hat nicht ansatzweise solche Verrottungserscheinungen.

    Herzlichen Dank und viele Grüße,
    Katrin

    • Hallo Katrin,
      sorry – aber bei uns gibt es keine Fahrräder zu kaufen.
      Wir betreiben hier „nur“ dieses E-Bike-Blog.
      Bitte rufen Sie doch bei dem Verkäufer an.
      Viel Glück.

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