Interview mit Ulf Hoffmann (Redakteur der Stiftung Warentest)

Wir haben es geschafft ein Interview mit Ulf Hoffmann zu führen. Ulf hat für die Stiftung Warentest einige E-Bikes getestet und vor kurzem „Das Fahrrad Buch“ der Stiftung Warentest veröffentlicht.

Du hast einige E-Bikes und Pedelecs getestet, welches ist dein persönliches Lieblings-Pedelec?

Nein, habe ich nicht, es gibt gute und schlechte Pedelecs und E-Bikes und leider gibt es auch bei Rädern um die 2000 Euro durchaus schlechte Modelle. Die Frage ist halt, ob man sich für Räder bis 25 km/h oder bis 45 km/h entscheidet und wie viel man bereit ist auszugeben.

Worauf sollte man beim Kauf von E-Bikes besonders achten?

  • Wie fahren sie sich
  • Wie arbeitet die Motorunterstützung
  • Kann die Motorunterstützung vom Fahrradhändler zum Beispiel auf meine Bedürfnisse eingestellt werden?
  • Gibt es ein gutes, leicht verständliches Display mit unterschiedlichen Unterstützungstufen, eine Akkuanzeige?
  • Wie lange hat das Rad Garantie, wie lange gilt diese für den Akku?
  • Und ganz wichtig: Was kostet ein Ersatzakku und ist der Hersteller des Fahrrades auch so bekannt in der Branche, dass dieser nicht in den kommenden Jahren vom Markt verschwindet.

Vielleicht auch noch ein bißchen warten, denn die ersten Hersteller gehen dazu über, die Akkus zu einem Monatspreis zu vermieten.

Kann auch ein ungeschultes Auge ein hochwertiges E-Bike von einem minderwertigen Elektrofahrrad unterscheiden? Wenn ja, woran erkennt man die Qualität?

Nein, kann man nicht.

Gut ist, auf das GS-Zeichen zu achten, welches allerdings noch sehr wenig verwendet wird und natürlich freiwillig ist. Alle Elektrofahrräder müssen aber ein CE-Zeichen tragen (tun sie aber nicht). Ansonsten erkennt man Qualität durch eine Probefahrt, ist hier nur ein normales Rad ein wenig umgebaut worden (Vorsicht Bruchgefahr an Rahmen und Gabel, Bremsen oft zu schwach), oder wurde ein neuer Rahmen extra fürs Elektrorad gebaut?

Was hältst Du von E-Bike-Umbausätzen?

Nicht viel. Weil, wenn´s der Händler macht, wird er zum Hersteller mit allen Pflichten, muss beispielsweise auch die Prüfung fürs CE-Zeichen machen. Redet er sich raus, steht man als Käufer ganz blöd da. Selbst umbauen auf eigenes Risiko vielleicht okay, gibt ja ein paar Umbausätze von Anbietern, die sagen, alles kein Problem. Aber Gutachter sagen, dass die Belastungen durch den Einbau eines Motors (in diesem Fall eines Vorderradmotors) ganz andere Belastungen hervorruft, für die das Rad vorher natürlich nicht getestet wurde.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Verschleiß von Pedelecs / bzw. einzelnen Bauteilen gemacht?

bisher keine, aber man hört so, dass es bisher vor allem zu Brüchen an der Gabel und am Übergang zum Rahmen kommt, insbesondere bei sogenannten Waverahmen (Einrohrrahmen), die sehr beliebt sind. Bremsen verschleißen natürlich auch viel schneller. Ich würde nur ein Elektrofahrrad mit Scheibenbremsen kaufen.

Was hälst Du von den Überlegungen einer Helmpflicht für Pedelec Fahrer?

Für schnelle Pedelecs (bis 45km/h) völlig okay, allerdings gibt es noch gar nicht die passenden Helme. Darunter sollte es freiwillig bleiben, aber wer vorher noch nicht so schnell gefahren ist, sollte vielleicht an einem Fahrsicherheitstraining für Pedelecfahrer teilnehmen.

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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