Harley Davidson LiveWire

Harley Davidson LiveWire: Kampfjet mit 75 PS

Aus Spaß wurde Ernst. Heute ist Ernst 14 Monate alt.

Gemeint ist die Elektro-Harley. Elektro Harley? Das klingt wie Bier ohne Alkohol, Rasieren ohne Rasierschaum. Nein, das ist kein Scherz! Die Harley Ingenieure aus dem amerikanischen Bundesstaat Milwaukee haben in den letzten 14 Monaten fieberhaft und unter größter Geheimhaltung an der vielleicht größten Neuentwicklung im Motorradbau in der 111-jährigen Firmengeschichte gearbeitet.

Das Ergebnis: die Harley-Davidson „Live Wire“ mit Elektroantrieb.

Heulen statt brüllen

Das hätte dem alt eingesessenen Traditionsunternehmen doch wohl niemand zugetraut, indem bislang immer die heißesten Feuerstühle mit den legendären längs eingebauten 2-Zylinder-V-Triebwerken und dem typischen Harley Sound entstanden. Unverkennbar dieses tiefe Blubbern im Stand plopplop-plop-plopplop-plop-plop-plopplop…dann dieser kernige tiefe Baller-Sound beim Beschleunigen aus bis zu 2 Litern Hubraum.

Das hat sich mit dem neuen 309-Volt-Elektro-Feuerstuhl mit Dreiphasen-Drehstrommotor grundliegend geändert. Wohlbemerkt hat sich das Geräusch grundliegend geändert, der Klang aber ist speziell und unverkennbar, wie es sich eben für eine echte Harley gehört. Verantwortlich dafür ist ein ausgeklügeltes Antriebssystem, das laute Heulgeräusche, ähnlich einem tieffliegenden Jagdbomber, produziert. „Das klingt schon sehr speziell“ erfreut sich Harley Boss Matt Levatich.

Bulliger Power-Motor für „Elektro-Rocker“

Mit dieser Neuentwicklung möchte man herausfinden was potentielle Harley-Kunden in Zukunft favorisieren und wohin der Trend geht. Im Moment existieren 39 Maschinen dieses Typs, die zu Testzwecken zuerst auf amerikanischen, später auch auf europäischen Highways unterwegs sind bzw. sein werden. Dort werden sie auch gleich dem öffentlichen Publikum vorgestellt, die das 75 PS-Monster vor Ort testen können. Selbst gestandene „Benzin-Harley-Männer“, vor Beginn der Testfahrt noch mit einem Schmunzeln im Gesicht, wechselten im Verlauf der Probefahrt die Gesichtsfarbe wie ein Chamäleon. Kein Wunder – immerhin beschleunigt der wuchtige hochglanzpolierte Elektro-Harley-Motor das 220 Kg leichte Geschoss in vier Sekunden von Null auf Tempo Einhundert. Bei 148 Km/h ist dann letztendlich Schluss, was auch für ein Motorrad mit solchem Charakter mehr als ausreichend ist.

Man kann vor Fahrtantritt zwischen zwei Modi wählen: volle Kraft oder Sparmodus. Im Letzteren ist eine Reichweite von ca. 85 Kilometern möglich. In 3,5 Stunden ist der Akku an einer 220V-Steckdose wieder voll aufgeladen.

Futuristisch-klassisches Design im „Platz-da-Outfit“

Optisch kommt die Harley-Davidson Live Wire eher zeitgemäß daher. Die geduckte Form ist größtenteils in mattschwarze Haut gehüllt, der massive Leichtbaurahmen in dezentem Grau gehalten. Mit seinem kurzen Heck und dem kleinen Vorderschutzblech sieht der momentane Einsitzer auf den ersten Blick eher wie ein Ducati-Monsterbike aus. Das lange hintere Schutzblech aber, das den kompletten brutal-breiten Reifen abdeckt, verleiht der Live Wire zugleich einen Old-School-Look. Dies alles gepaart mit neuester LED-Lichttechnik macht aus diesem „Heuler“ ein ganz besonderes Bike.

Also kurzum:

die Harley-Davidson Live Wire ist, wie alle Harleys, etwas ganz Besonderes mit eigenem Charme und Charakter für einen (vermutlich) hohen Anschaffungspreis. Ob sie jemals in Serie gehen wird bleibt offen…..


Bildnachweis: © Harley-Davidson

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Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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