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Canyon Bicycles und Telekom: per GPS und Crash-Sensoren den Unfall-Arzt rufen

Der Koblenzer Radhersteller Canyon Bicycles und die Deutsche Telekom haben auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen das erste Fahrrad mit eingebautem Notrufsystem vorgestellt. Bereits seit den 90er Jahren schickt die Telekom Ihr Team zum berühmten RadrennenTour de France“ und hat somit schon lange ein Herz für den Radsport.
Nun beteiligt sich der Konzern zusätzlich an der Entwicklung intelligenter Bike-Systeme. Über kurz oder lang wird wohl alles mit allem connected sein und nach den „Connected Cars“, lag es fast auf der Hand, dass es auch für Fahrräder eine solche Umsetzung geben wird.
Nicht verkehrt: In Notsituationen z.B. im Gelände, fernab jeglicher Zivilisation, ist man im Ernstfall wirklich aufgeschmissen. Bis man vermisst wird, vergehen im schlimmsten Fall Stunden, die für eine rechtzeitige Behandlung lebenswichtig sein können. Nicht mit diesem intelligenten Bike: Es erkennt eine Notsituation und sendet im Bedarfsfall einen Notruf (eCall). GPS lokalisiert und Ärzte können schneller versorgen. Der Fahrer muss lediglich die dafür notwendige App installiert haben.

Herzstück der Lösung ist eine kleine Kommunikationseinheit in der Größe eines kleinen Lineals (On-Board-Unit). Sie ist mit einer SIM-Karte, einem Mikrocontroller, einem Bewegungssensor und einem GPS-Modul ausgestattet. Zudem ist das Bike an verschiedenen Stellen mit Sensoren versehen, die Daten an die On-Board-Unit senden. Diese Fahrradlösung setzt technisch auf ein System auf, welches die Konstrukteure weitgehend im Automobilbau abgeguckt und nun aufs Fahrrad zugeschnitten haben. Ganz wichtig: Die Daten werden autonom und ohne weiteres Zutun des Radlers, ja sogar höchst unbemerkt, regelmäßig auf einen speziellen Server gesendet. Das Smartphone muss noch nicht mal mitgeführt werden.

Der Notruf wird über Crash-Sensoren bei starken Erschütterungen, Tempoverlust und Schräglage des Rades ausgelöst. Allerdings nicht sofort, vorab erfolgt ein Alarm auf das Smartphone des Fahrers. Falls darauf nicht reagiert wird, informiert das Rad über die On-Board-Unit, einen voreingestellten Kontakt per SMS oder eine Notrufleitstelle. Die On-Board-Unit des vernetzten Bikes sendet die GPS-Daten dann an die nächstgelegene Rettungsstelle. Somit werden die Helfer einfach zur Unfallstelle navigiert. Die Sensoren registrieren auf Aufprallwinkel und Aufprallgeschwindigkeit; daraus lässt sich sogar die Schwere eines Unfalls herleiten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit im Vorfeld Informationen über sein Alter oder Erkrankungen zu hinterlegen, welche gleich mit übertragen werden können. Das muss allerdings jeder selbst entscheiden, denn das Thema Datensicherheit stellt eine wesentliche Herausforderung dar.

per GPS kann jeder Zeit der Standort des Rahmens ermittelt werden -> super Telekom-Diebstahlschutz!

per GPS kann jeder Zeit der Standort des Rahmens ermittelt werden -> super Telekom-Diebstahlschutz!

Durch die einbaute SIM-Karte wird direkt an die Cloud-Plattform der T-Systems übermittelt, wann Teile ausgetauscht werden sollten. Mit Hilfe der Smartphone-App kann sofort bestellt werden.

Durch die einbaute SIM-Karte wird direkt an die Cloud-Plattform der T-Systems übermittelt, wann Teile ausgetauscht werden sollten. Mit Hilfe der Smartphone-App kann sofort bestellt werden.

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Was passiert eigentlich mit den Daten?

Umso mehr digitale Technik an Lenkstange und Fahrradrahmen eingebaut ist, umso mehr interessiert uns auch das Thema Datensicherheit.
Ich glaube, dass all die Apps, die jetzt schon angewendet werden, schon zu einer deutlich feineren Mitzeichnung der Daten von Bikern führen. Wichtig ist es allerdings, dass dies in einer vernünftigen und sicheren Form passiert.

Praktisch: per Klick eine neue Kette bestellen

Zusätzliche Funktion: Auch den Radler hält das Clever-Bike offenbar auf dem Laufenden. Über eine App werden technische Daten zu Laufleistung und Zustand der Verschleißteile, wie z.B. Bremsbeläge und Schaltzüge, zur Verfügung gestellt. Sogar die Fahrradkette ist gespickt mit kleinen Sensoren. Somit zeigt die App an, falls die Kette kurz vor dem Verschleiß steht und dass diese demnächst gewechselt werden sollte. Aber nicht irgendwo, ein Klick genügt: mit Hilfe der App kann sofort bestellt werden. Außerdem lässt sich durch die einbaute SIM-Karte direkt an die Cloud-Plattform der T-Systems übermitteln, wann das Fahrrad wieder zum Service muss. Praktisch: Falls man noch nie eine Kette gewechselt haben sollte, kann man sich direkt ein Video anzeigen lassen, welches einem den Vorgang Schritt-für-Schritt erklärt. Über die App lässt sich aber auch jederzeit der Standort des Connected Bikes bestimmen.

Canyon Bicycles und Telekom: On-Board-Unit des vernetzten Bikes sendet die GPS-Daten dann an die nächstgelegene Rettungsstelle mit Hilfe eines GPS-Moduls.

Canyon Bicycles und Telekom: On-Board-Unit des vernetzten Bikes sendet die GPS-Daten dann an die nächstgelegene Rettungsstelle mit Hilfe eines GPS-Moduls.

Canyon Bicycles und Telekom: Die  On-Board-Unit bekommt Daten von den Bewegungssensoren, die auf Aufprallwinkel und Aufprallgeschwindigkeit reagieren.

Canyon Bicycles und Telekom: Die On-Board-Unit bekommt Daten von den Bewegungssensoren, die auf Aufprallwinkel und Aufprallgeschwindigkeit reagieren.

Voraussetzungen

Das haben wir bereits vermutet: eine flächenabdeckende Mobilfunkabdeckung,
damit Funktionen wie eCall zuverlässig funktionieren, ist natürlich extrem wichtig.
Um das Notsignal auch zuverlässig übertragen zu können, setzt die Telekom auf Machine-to-Machine-Kommunikation, kurz M2M. Als M2M bezeichnet man den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten wie Maschinen und Fahrzeugen untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle.

Anfang nächsten Jahres sollen Testfahrer in einer mehr-monatigen Pilotphase das Bike mit künstlicher Intelligenz über Tausende von Kilometern hinweg auf Herz und Nieren testen. Danach ist, wenn sich keine grundlegenden Hürden auftun, eine Serienfertigung angedacht.

Fahrraddieben wird ein Strich durch die Rechnung gemacht

Durch die Vernetzungstechnologie, die von außen unsichtbar im Fahrradrahmen integriert ist, laufen Diebe Gefahr sehr schnell aufzufliegen. Über die App oder die Weboberfläche man den Standort seines Rades jederzeit per GPS verfolgen und entsprechend die Polizei informieren. Trotzdem sollte man sich nicht darauf verlassen, sein Bike somit wieder unbeschädigt zurück zu bekommen.

Schließen Sie Ihr Fahrrad oder E-Bike immer an fest verankerten Gegenständen ab.

Schließen Sie Ihr Fahrrad oder E-Bike immer an fest verankerten Gegenständen ab.

Folgende Tipps zum Diebstahlschutz sollte man trotz intelligentem Bike beachten:

– Schließen Sie eine Fahrraddiebstahlversicherung ab
– Verwenden Sie ein oder mehrere sichere Fahrradschlösser
– Achten Sie darauf, Ihr Bike immer an fest verankerten Gegenständen abzuschließen

Weitere Tipps und eine ausführliche Checkliste zum Diebstahlschutz erhalten Sie hier.

Bleiben Sie lieber gesund und fit mit dieser Checkliste!

Auch wenn uns intelligente Räder bei Unfällen helfen und in weiter Zukunft vielleicht sogar automatisch erstversorgen können, sollten wir es gar nicht dazu kommen lassen.

Bitte tragen Sie unbedingt einen Helm! Ein Fahrradhelm schützt zwar nicht vor Unfällen, doch kann er die Unfallfolgen deutlich mindern.

Um hier den individuell-richtigen Begleiter für sich zu finden, hat der ADAC ein paar Helme getestet:
Dabei kam unter anderem raus, dass es nicht auf den Preis ankommt!

So bleiben Sie gesund im Bike-Verkehr:

– Fahren Sie nur, wenn Sie sich wohl fühlen. Bei Unsicherheit, steigen Sie lieber ab.
– Fahren Sie eindeutig und berechenbar. Andere sollen Sie sehen und Ihre Absichten
einschätzen können.
– Schauen Sie sich beim Abbiegen, Einbiegen, Queren und Wenden bitte um.
– Kleiden Sie sich hell, besonders bei schlechter Sicht.
– Transportieren Sie Ihren Einkauf oder Ihr Gepäck niemals an der Lenkstange
– Fahren Sie in kritischen Situationen mit angepasster Geschwindigkeit.

Canyon Bicycles und Telekom: vernetztes Fahrrad Notruf per eCall ; durch Vorsicht im Verkehr gilt es dennoch Unfälle zu vermeiden.

Canyon Bicycles und Telekom: vernetztes Fahrrad Notruf per eCall ; durch Vorsicht im Verkehr gilt es dennoch Unfälle zu vermeiden.


Bildnachweis: © alle Bilder: Telekom AG; www.telekom.com

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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