Barak Electric Bicycle Conversion Kit, Copenhagen Wheel und FlyKly: das Fahrrad pimpen

Pimp your Bike zum E-Bike

Die Fahrradbranche erlebt seit dem Erscheinen des Pedelecs oder E-Bikes eine kleine Revolution. Vor gut 10 Jahren hätte man im Traum noch nicht daran gedacht, dass Elektroantriebe an Fahrrädern den Markt dermaßen beherrschen würden. Da gab es hässliche Fahrräder mit stinkenden Zweitakt-Hilfsmotoren, die mehr durch starke Rauchentwicklung als durch gute Fahrleistungen begeisterten. Meist saßen menschliche Lebewesen der älteren Generation auf diesen unattraktiven klapprigen Drahtgestellen, die eine leichtgewichtige Alternative zum Mofa darstellen sollten. Das gehört seit der Markteroberung des Fahrrads mit elektrischer Unterstützung der Vergangenheit an.

Ganz am Anfang wunderte man sich als ambitionierter Rennradfahrer über die drei in der Ferne, den steilen Berg im Sitzen anstrengungslos hinaufradelnden Rentnerfrauen auf ihren Damenrädern mit hohem Lenker. „Mensch haben die eine Kondition in diesem Alter“ dachte man sich. Als man dann mit dem Rennrad im Wiegetritt mit Schweißperlen auf der Stirn dem Dreiergespann näher kam, konnte man einen Akku am Rahmen, sowie ein Hinterrad mit großer Nabe erkennen und dachte sich, „aaaachsooo……jetzt weiß ich warum die so gut den Berg hinauf gekommen sind“…..das waren die Anfangszeiten im Elektro-Zeitalter des Fahrrads.

Mittlerweile wimmelt es von verschiedenen Herstellern im E-Bike-Bereich. Es gibt Elektro-Fahrräder jeder Gattung, vom E-Mountainbike angefangen über E-Reiseräder bis hin zu E-Custom-Bikes, in allen Variationen, in allen Preisklassen. Und genau um den letzten Punkt geht es in diesem Bericht.

Geld sparen durch (Elektro)Aufrüstung

Da man für Pedelecs oder E-Bikes meistens schon ein größeres Sümmchen als für herkömmliche Fahrräder hinlegen muss, haben verschiedene Hersteller die Marktlücke erkannt und mit elektrischen Nachrüstsätzen rasch reagiert. Eine davon ist die Firma Barak aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie bietet Nachrüstsätze für jede Art von Fahrrädern an. Bestehend aus einem Vorderrad mit Elektroantrieb, je nach Leistungsziel mit 350 oder 500 Watt, Steuergerät, E-Gashebel für die Montage am Lenker und Akkus verschiedener Kapazitäten.

Die Montage soll laut Angabe des Herstellers einem Kinderspiel gleichen. In nur 15 Minuten soll ohne besondere technische Begabung aus einem simplen Fahrrad ein flottes E-Bike werden. Das gilt für Fahrräder mit Felgengrößen von 20 und 26 Zoll. Mit dem leistungsstarken 500-Watt-Antrieb soll über den E-Gashebel problemlos ein Topspeed von 30 Km/h erreicht werden. Hierzu muss man noch nicht einmal mittreten – ein richtiges „Faulenzerfahrrad“ also. Allerdings wirkt sich diese Art des passiven Reisens doch arg auf die Akkuleistung aus. Zwischen 20 und 32 Km soll die reale Reichweite betragen. Nur 3,5 Stunden dauert es, die müden Zellen wieder aufzuladen. Gemessen am günstigen Preis von 550-650€ wäre dieser Antriebskit eine echte Alternative zum fertigen E-Bike – wären da nicht die hohen Versandkosten inklusive Zoll nach Europa von etwa 140€, was die erste Ersparnis teilweise wieder zu Nichte macht. Bleibt zu hoffen, dass sich die Firma Barak in Europa etabliert und die E-Kits über ein europäisches Händlernetz bezogen werden können.

Individualität und Aufwertung durch (Elektro)Aufrüstung

Ein weiterer Vorteil einer Elektro-Aufrüstung besteht darin, sein eigenes teueres Fahrrad einer guten Marke weiterzufahren und durch einen Elektroantrieb nachträglich aufzurüsten bzw. aufzuwerten. Hierfür gibt es mittlerweile u.a. leistungsstarke 750-Watt-Mittelmotoren, die an Stelle des Tretlagers im Tretlagergehäuse verankert werden. Somit kann man die vorhandene Schaltung weiterverwenden. Es ist aber in jedem Fall bei einem Umbau darauf zu achten, dass das vorhandene Fahrrad stabil genug sein muss und die Bremsen der höheren Geschwindigkeit und dem Fahrzeuggewicht ggf. angepasst werden müssen!

Mit diesen elektrischen Antriebs-Kits kann man ein normales Fahrrad „pimpen“:

Barak Electric Bicycle Conversion Kit

Bei dem Aufrüst-Kit der Firma Barak handelt es sich um einen „Frontantrieb“. Im Vorderrad befindet sich ein Elektro-Motor, der über eine Elektronik vom „E-Gashebel“ am Lenker gesteuert wird. Die ausgeklügelte Steuerungselektronik befindet sich in einer Box, die unter dem Sattel an der Sattelstütze befestigt wird. 2 Motorvarianten stehen zur Auswahl: 350 und 500 Watt. Den passenden Akku gibt es dazu. Seine Kapazität reicht, je nach Belastung, bis zu 32 Km, danach muss „aufgetankt“ werden. Preis: 550-650€ (+ Versand / Zoll).

Copenhagen Wheel

Bei dem Aufrüst-Kit der Firma Copenhagen-Wheel handelt es sich um einen „Hinterradantrieb“. Am Hinterrad wird eine runde Scheibe angebracht, in der sich ein Elektro-Motor sowie ein Akku befinden. Aufgeladen wird der Akku über die Rückgewinnung von Bremskraft, ähnlich der Formel Eins-Technik (Kinetic Energy Recovery System (KERS)). Gesteuert wird das Ganze über eine Smartphone-App. Der Bausatz wiegt knapp 6 Kilo. Eine Trittunterstützung erfolgt bis Tempo 25 Km/h, hauptsächlich aber unterstützt dieses System bei leichten Bergfahrten. Der Preis für das „Copenhagen-Wheel“ liegt derzeit bei 699 US-Dollar.

FlyKly

Der Smart Wheel von FlyKly funktioniert ähnlich wie das Copenhagen-Wheel. Auch hier wird das Hinterrad über einen 250 Watt-Motor angetrieben. Es gibt fertige Hinterräder in 20, 26 und 28 Zoll. Das Gewicht beträgt 4 Kg. Eine Trittunterstützung erfolgt bis zu 25 Km/h, die Reichweite wird mit etwa 50 Km angegeben. Im FlyKly ist eine Diebstahlsicherung integriert, die den Standort des entwendeten Fahrrads über das Smartphone anzeigt. Der Preis liegt bei etwa 590 US-Dollar.

Achtung:

E-Bikes (Fahrräder mit E-Gashebel) benötigen eine ABE (allgemeine Betriebserlaubnis) sowie eine versicherungspflichtige Zulassung mit Moped-Kennzeichen! Pedelecs mit automatischer Trittunterstützung bis 25 Km/h sind dagegen nicht versicherungspflichtig.

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Über 

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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