Die 5 wichtigsten Punkte beim E-Bike Kauf

Die 5 wichtigsten Punkte beim E-Bike Kauf

Der Abschied vom gewöhnlichen Fahrrad fällt immer mehr Zweirad-Fans leicht. Nicht nur ältere Menschen, sondern auch sportliche Fahrer entdecken die Vorzüge der elektrisch betriebenen E-Bikes, Pedelecs oder auch S-Pedelecs für sich und greifen für das neue Zweirad gerne etwas tiefer in die Tasche. Zeitgleich bedeutet das jedoch auch, dass der höhere Preis für ein solches Rad auch mit entsprechender Eignung und Qualität verbunden sein sollte. Wer ein E-Bike kaufen möchte, sollte daher vorab einige wichtige Dinge wissen und persönliche Fragen klären. Nur dann bringt die Neuanschaffung auch tatsächlichen Fahrspass.

Welche Akkukapazität ist empfehlenswert?

Ausschlaggebend für die Akkukapazität des eigenen E-Rades ist die übliche Nutzungsweise. Da der verbaute Akku über eine bestimmte Ladekapazität verfügt und sich diese während des Fahrens langsam erschöpft, verfügen unterschiedliche Modelle über verschiedene Reichweiten. Für Interessierte ist die Grösse des Akkus daher ein wichtiger Punkt, da sie darüber entscheidet, welche Strecken ohne zwischengeschaltetes Aufladen gefahren werden können. Grundsätzlich gilt, dass eine tägliche Fahrstrecke von bis zu dreissig Kilometern auch mit einer vergleichsweise geringen Akkukapazität zu schaffen ist. Eine zu grosse Akkukapazität würde in diesem Fall Mehrkosten auf den Plan treten lassen, die sich für den Besitzer kaum lohnen. Anders sieht das jedoch aus, wenn längere Strecken gefahren werden sollen, ohne dass zwischendurch eine Lademöglichkeit besteht. Hier haben E-Rad Besitzer zwei Möglichkeiten. Sie können sich einerseits für einen Akku mit grösserer Kapazität entscheiden, oder andererseits einen Zweitakku kaufen, der dann unterwegs eingesetzt wird.

Die Kapazität des Akkus ist jedoch nicht alleiniger Anhaltspunkt für die Reichweite eines elektrisch betriebenen Zweirades. Schliesslich gibt es verschiedene Systeme, deren Stromverbrauch sich deutlich unterscheiden kann. Weniger effiziente E-Bike Systeme kommen bei gleicher Akkukapazität auf eine geringere Reichweite als effiziente Varianten. Hier hilft oftmals eine Beratung durch einen Fachmann, der die technischen Details genau kennt und hilfreiche Ratschläge rund um den Zusammenhang zwischen Kapazität und Reichweite geben kann.

Für Interessierte ist die Grösse des Akkus daher ein wichtiger Punkt, da sie darüber entscheidet, welche Strecken ohne zwischengeschaltetes Aufladen gefahren werden können. (#01)

Für Interessierte ist die Grösse des Akkus daher ein wichtiger Punkt, da sie darüber entscheidet, welche Strecken ohne zwischengeschaltetes Aufladen gefahren werden können. (#01)

 Welcher Antrieb ist der richtige?

Auch die Gestaltung des Antriebes sollte vor der Anschaffung eines E-Bikes genauer betrachtet werden. So haben Käufer grundsätzlich die Wahl zwischen Rädern mit Frontantrieb, Heckantrieb und Mittelmotor.

Jede dieser Varianten bringt Vorzüge und auch Nachteile mit sich, weswegen gerade diese Entscheidung sehr gründlich getroffen werden sollte.

Bei Rädern mit Frontantrieb wird das Vorderrad des E-Bikes vom Elektromotor angetrieben, während sich die eigene Muskelkraft auf das hintere Rad überträgt. Vorteilhaft ist hier die Tatsache, dass der Fahrer mit einem solchen Antrieb recht zügig vorankommt und dass auch die Integration einer Schaltung über das Hinterrad unkompliziert erfolgen kann. Bei einem Rad mit Frontantrieb kann jedoch die Lenkung etwas schwieriger sein, da sich das Gewicht des Motors auf Vorderrad und Lenker auswirkt. Es ist zu empfehlen, einen Frontantrieb nur dann ins Auge zu fassen, wenn es sich um ein hochwertiges Rad handelt. Diese sind zumeist so konzipiert, dass trotz des beschwerten Vorderbereiches ein angenehmes Fahrverhalten möglich ist.

Hat das E-Bike einen Heckantrieb, lässt es sich etwas einfacher lenken und führen. Das gesamte Gewicht des Motors liegt auf dem Hinterrad, was auch das Vorankommen im unwegsameren Gelände vereinfacht. Auch sind die Heckmotoren bei vielen E-Bikes etwas leiser als Frontmotoren. Wer sich für einen Heckantrieb entscheidet, muss jedoch in den meisten Fällen auf eine Nabenschaltung verzichten. Auch kann ein Heckantrieb nicht vorteilhaft sein, wenn der Akku des Rades ebenfalls im hinteren Bereich liegt. Dann nämlich wird das Heck durch das Zusatzgewicht stärker belastet.

Der Mittelmotor liegt, wie es sein Name bereits verrät, im mittleren Bereich des Zweirades. Hieraus ergeben sich eine gute Lage während der Fahrt und auch vergrösserte Auswahlmöglichkeiten bei der Schaltung. Da auch der Akku bei Rädern mit Mittelmotor zumeist im Zentrum des Rades angebracht ist, verkürzen sich die Kabelverbindungen im Vergleich zu Heck- und Frontantrieb deutlich. Das gesamte System wird hierdurch weniger störungsanfällig. Ein Nachteil des Mittelmotors kann jedoch die zusätzliche Belastung des Kettenstrangs sein, da der Motor hier einen verstärkten Zug ausübt.

Zu guter Letzt wird die Auswahl des Antriebes auch vom Wunsch nach einer Rücktrittbremse beeinflusst. Nur sehr wenige E-Bikes mit Heckantrieb bringen eine solche Bremse mit. Wer nicht auf einen Rücktritt verzichten möchte, sollte daher auf Frontantrieb oder Mittelmotor setzen.

Was muss rund um das zulässige Gesamtgewicht beachtet werden?

Das eigene E-Bike sollte selbstverständlich dazu in der Lage sein, die gewünschten Lasten zu transportieren. Nicht nur das Gewicht des Rades an sich spielt hier eine Rolle, sondern auch das Körpergewicht des Fahrers und etwaige Zusatzlasten wie Einkäufe, Kindersitz und Taschen. Für gewöhnlich beläuft sich das zulässige Gesamtgewicht eines E-Bikes auf 120 bis 180 Kilogramm. Darüber liegen oftmals nur Räder mit besonderer Ausrichtung auf den Transport schwerer Lasten. Das maximal zulässige Gewicht sollte keinesfalls überschritten werden, selbst wenn das Rad die Last dennoch trägt.

In welchem Bereich das zugelassene Gesamtgewicht des Rades liegen darf, können künftige Besitzer leicht selbst ausrechnen. Hierfür werden das Gewicht des Rades und das Körpergewicht des Fahrers addiert und ein Puffer für Lasten hinzugerechnet. Wer häufig schwerere Lasten auf dem Gepäckträger transportieren möchte, sollte auch dessen Belastbarkeit genau überprüfen und sich für ein Rad entscheiden, bei dem der Akku nicht auf dem Gepäckträger verbaut wurde.

4.) Welche Rahmenform ist empfehlenswert?

Inzwischen gibt es elektrisch angetriebene Zweiräder in zahlreichen Ausführungen und Formen. Auch der Rahmen spielt bei der Auswahl des richtigen Rades eine wichtige Rolle, da er sich auf das Fahrverhalten und die Stabilität des gesamten Systems auswirkt. Tiefeinsteiger, die üblicherweise in Form von Citybikes zu finden sind, eignen sich dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, da sie häufig zu einer instabilen Fahrweise beitragen. Dies lässt sich nur dann vermeiden, wenn ein möglichst hochwertiger Tiefeinsteiger gewählt wird, dessen Konstruktion ausgleichend und stabilisierend wirkt. Dann eignet sich ein E-Bike mit tiefem Einstieg vor allem für ältere Personen und Fahrer, die es gerne gemütlich angehen.

Als besonders empfehlenswert gelten E-Bikes mit einem sogenannten Diamantrahmen. Dieser fügt sich aus zwei Dreiecken zusammen, die in ihrer Gesamtheit der Optik eines Diamanten entsprechen. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Rohre entsteht eine besonders verlässliche Stabilität, die eine ruhigere Fahrweise ermöglicht. Gerade Fahrer, die gerne sportlich unterwegs sind, sich mit dem E-Bike fit halten wollen und auch in unwegsamerem Gelände fahren, sind mit einem Diamantrahmen gut beraten.

Wer gerne im Wald unterwegs ist und grössere Touren in der freien Natur plant, wird mit einem Pedelec die grösste Freiheit geniessen. (#02)

Wer gerne im Wald unterwegs ist und grössere Touren in der freien Natur plant, wird mit einem Pedelec die grösste Freiheit geniessen. (#02)

5.) Pedelec, E-Bike oder S-Pedelec?

Der letzte Punkt, der vor der Anschaffung eines elektrisch betriebenen Bikes geklärt werden sollte, ist der nach der eigentlichen Gattung. So gibt es sowohl Pedelecs als auch S-Pedelecs und E-Bikes, deren Leistungsfähigkeit sich deutlich unterscheidet. Als Basis gilt 17das Pedelec, das seinen Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern unterstützt und eine maximale Motorenleistung von 250 Watt aufweist. Hier müssen Fahrer keine besonderen Vorgaben und Bestimmungen einhalten. Das S-Pedelec hingegen sorgt laut bikester.ch mit einer maximalen Motorenleistung von 500 Watt für eine Unterstützung bis zu 45 Stundenkilometern. Es gilt somit als Kleinkraftrad und darf nur mit Helm, Haftpflichtversicherung, Betriebserlaubnis und Mofa-Führerschein genutzt werden. Gleiches gilt für E-Bikes, die ganz ohne einen Tritt in die Pedale bis zu zwanzig Stundenkilometern schnell fahren.

Die Unterscheidung ist für künftige Besitzer besonders wichtig, da auch die Art der Nutzung hiervon direkt beeinflusst wird. S-Pedelec und E-Bike dürfen nur dort gefahren werden, wo der Betrieb von Kraftfahrzeugen gestattet ist. Für das Pedelec gilt diese Einschränkung nicht. Wer also gerne im Wald unterwegs ist und grössere Touren in der freien Natur plant, wird mit einem Pedelec die grösste Freiheit geniessen.


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: autofocus67 – #01: michaklootwijk – #02: mmphoto

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Über 

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

One Comment

  1. 22. November 2016

    Meine Gedanken betreffend eBikes….

    Seit rund 4 Jahren besitze & fahre ich ein eBike der Marke KTM, eRace 2012 Mountainbike, ca. 21 Kg. Zum damaligen Zeitpunkt war die Auswahl noch nicht sehr groß. Die Entscheidung für das eRace waren folgende Gründe: Heck-Nabenmotor, verschleißarm, Rekuperation, und wenn der Motor in späteren Jahren nicht mehr mitspielt, kann ich das Hinterrad auf ein normales 26“ Rad tauschen.
    Der Akku (355Wh) sollte eine Reichweite bis 80 – 90 Km schaffen, das geht nur am Anfang des Batterielebens mit hohen, körperlichen Einsatz…
    Die Rekuperation bringt ladetechnisch nicht viel, geschätzte 3 -5 % auf einer durchschnittlichen Tour, der große Vorteil liegt eher bei steilen, längeren Abfahrten in der Funktion als Motorbremse.
    Die Bedienung der Motorunterstützung ist umständlich, ein Daumenschalter fehlt leider.
    Vor ein paar Wochen ist der Akku durch Erschütterungen bedingt, abgeschmort. Nach öffnen des Akkus war mir auch klar warum, da der Innenteil nur ein paar kleine Schaumgummidämpfer auf weist. Durch das rütteln am Akku auf holprigen Wegen scheuerte sich die Isolierung durch und an der Masse der Ladebuchse erfolgte dann der Kurzschluss. Also Schluss mit lustig… der Akku war hinüber.
    Der Neuakku ist um wohlfeile 800 Euro zu haben, ein teurer Spass.
    Nach etwas mehr als 4 Jahren und knappen 12000 Kilometern, muss ich feststellen, das eBike fahren doch ein teurer Spaß ist.
    Der Neupreis war zur damaligen Zeit 2600,00 € ohne Zubehör. Wenn ich das Bike heute ohne Akku verkaufen kann, werde ich sicher keine 300,00 € dafür bekommen.
    Einfache Rechnung: 2600 – 300 = 2300
    12000 km würde einen Kilometerpreis von 19,17 Cent ergeben, mit Stromkosten hochgerechnet
    rund 20 Cent. Das würde bedeuten, für 100 Km 20 Euro!
    Wobei zu bemerken gilt, das der Akku zum Schluss in etwa die halbe Kapazität hatte.
    Negativ am Normalo Pedelec ist die blöde 25 Km Begrenzung, das trübt den Spaß ungemein.
    Fazit: nach der angeführten Rechnung ist das 4 Jahre alte eBike ein teurer Spaß, eBike fahren ist halt lustiger, ich fuhr damit mehr als mit dem normalen Rad….
    Mein nächstes wird sicher ein S-Pedelec….. oder ich leiste mir einen neuen Akku und fahre weitere 4 Jahre… dann sieht wenigstens die Rechnung besser aus… 😉

    Oskar >> BJ 1949

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